Community Interpreting
: Der Begriff bezeichnet in Deutschland ein breites Spektrum von sog. Gemeindedolmetschdiensten und Sprachmittlungspools. Diese werden vor allem von (gemeinnützigen) privaten Trägerinnen und Trägern (u. a. → Migrantenorganisationen) realisiert, mitunter aber auch von Kommunen oder mit kommunaler Beteiligung, um Menschen ohne hinreichende Deutschkenntnisse in verschiedenen Lebensbereichen durch Sprach- und mitunter auch Kulturmittlung zu unterstützen (z. B. bei Arztbesuchen oder Behördengängen). Die Vielfalt der bestehenden strukturellen und personellen Settings macht es schwierig, Community Interpreting einerseits von ‚reiner‘ Laiensprachmittlung und andererseits von professionellen Dolmetschdiensten präzise abzugrenzen. In der Regel sind die im Community Interpreting eingesetzten Sprachmittelnden bilinguale Personen, die ihre Muttersprache übersetzen. Ihr Qualifikationsniveau kann zwar sehr unterschiedlich sein, aber anders als bei Laien und Laiinnen stellen beim Community Interpreting die Vermittlungsstellen sicher, dass die sprachmittelnden Personen mindestens eine Fortbildung in Techniken des Dolmetschens absolviert haben und ihre Sprachkompetenz einem bestimmten Niveau entspricht.
