Forschungsprojekte

Laufende Projekte

2023

Staatenlosigkeit in Deutschland: Umfang, Soziodemographie und administrative Verfahren (Januar 2023 – März 2024)

Der UNHCR geht davon aus, dass weltweit mehrere Millionen von Staatenlosigkeit betroffen sind. In Deutschland verfügten 2021 laut Statistischem Bundesamt rund 28 Tausend Menschen über keine Staatsangehörigkeit und sind damit als staatenlos anerkannt; bei weiteren rund 95 Tausend Menschen gilt die Staatsangehörigkeit als „ungeklärt“. Jenseits dieser Rahmendaten ist über Staatenlosigkeit und ungeklärte Staatsangehörigkeit in Deutschland wenig bekannt. 
    
Ziel des Projektes ist es daher, eine Sachstandsbeschreibung zum Phänomen Staatenlosigkeit in Deutschland zu erstellen. Explorativ und unter Nutzung verschiedener Datenquellen sollen die Kontextbedingungen von Staatenlosigkeit und ungeklärter Staatsangehörigkeit empirisch untersucht werden. Mittels soziodemographischer Daten aus dem Ausländerzentralregister (AZR) wird zunächst ein erster systematischer Überblick zu beiden Gruppen erlangt. In einem zweiten Modul sollen die Verwaltungsverfahren zum Umgang mit Staatenlosen bzw. Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit beleuchtet werden, um gute Praktiken für verschiedene Fallkonstellationen zu identifizieren.

Das Forschungsprojekt soll das Bewusstsein für das Thema Staatenlosigkeit im öffentlichen und politischen Raum in Deutschland schärfen; nicht zuletzt vor dem Hintergrund der derzeitigen Reform des Staatsangehörigkeitsrechts. Schließlich soll auch geprüft werden, ob und inwieweit vertiefende empirische Forschung zum Thema machbar erscheint, insbesondere in Form einer mögliche Anschlussstudie mit einer eigenen quantitativen Befragung von Staatenlosen bzw. Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit.

Erste Befunde sollen in Form eines Policy Briefs im ersten Quartal 2023 veröffentlicht werden; eine umfassendere Studie ist für Anfang 2024 vorgesehen. Das Forschungsprojekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.


Ansprechperson

Maximilian Müller
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: 030. 288 86 59 – 14
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Racial Profiling: Empirische Befunde für Deutschland (März 2023 – Februar 2024)

Vorurteile und Stereotype gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer Einwanderungsgesellschaft. Entsprechende Einstellungen sind daher in allen gesellschaftlichen Milieus problematisch. Besonders folgenreich können von Sicherheitsbehörden ausgeübte vorurteilsgeleitete Handlungen sein: Wird eine Person von der Polizei etwa allein aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit als verdächtig eingestuft (und anschließend kontrolliert), handelt es sich um Racial Profiling. Diese Art der Diskriminierung verstößt gegen Art. 3 Abs. 3 des Grundgesetzes sowie gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Für die Betroffenen können vorurteilsgeleitete Kontrollen u. a. schwerwiegende psychische Folgen nach sich ziehen. Die Diskussion um Racial Profiling wurde in den vergangenen Jahren kontrovers geführt. Über das Ausmaß des Phänomens liegen für Deutschland allerdings kaum empirisch abgesicherte Erkenntnisse vor.

Ziel des Projekts ist, Racial Profiling erstmals auf breiter Datenbasis zu untersuchen. Dafür werden u. a. im SVR-Integrationsbarometer erhobene Daten zur selbst eingeschätzten phänotypischen Differenz mit Daten zu Häufigkeit und Ort von Polizeikontrollen verglichen. Zentral ist dabei die Frage: Werden Menschen, die angeben, als phänotypisch different wahrgenommen zu werden, häufiger ungerechtfertigt von der Polizei kontrolliert und damit diskriminiert?

Das Projekt läuft bis Anfang 2024. Die Ergebnisse werden in Form eines Policy Brief veröffentlicht.


Ansprechperson
Maximilian Müller
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: 030. 288 86 59 – 14
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Einstellungen zur Einbürgerung. Analysen im Kontext der Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes (Juli 2023 – Juni 2024)

Der wissenschaftliche Stab des SVR nimmt die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zum Anlass, um die Einstellungen der deutschen Wohnbevölkerung zu Einbürgerungen und der Reforminitiative zu untersuchen. Dafür werden mittels zweier kombinierter Erhebungsmodi quantitative Daten erhoben: In einem ersten Modul wird eine bevölkerungsrepräsentative Mehrthemenumfrage genutzt, um Einstellungen zu Einbürgerungsvoraussetzungen zu erheben. Im zweiten Modul wird ein Online-Access-Panel genutzt, in dem u. a. eine Vignettenstudie zeigen soll, ob und wie Befragte einzelne Eigenschaften von hypothetischen Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerbern, die experimentell variiert werden, gewichten, um zu entscheiden, wem sie die deutsche Staatsbürgerschaft verleihen würden.

Das Projekt soll ein aktuelles Stimmungsbild – und damit einen Beitrag in der laufenden Reformdebatte – zu einem gesellschafts- und integrationspolitisch bedeutsamen Thema liefern und erfassen, welche Präferenzen und Vorbehalte zu Einbürgerungen in der deutschen Wohnbevölkerung bestehen.

Eine erste Veröffentlichung ist für das vierte Quartal 2023 geplant; eine zweite folgt im ersten Halbjahr 2024.


Ansprechpersonen
Dr. Jan Schneider
Leiter des Bereichs Forschung
Telefon: 030. 288 86 59 – 22
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Dr. Fabian Gülzau
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: 030. 288 86 59 – 23
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Einbürgerung als „Integrationsbooster“ für Flüchtlinge. Internationale Erfahrungen und Handlungsansätze für Politik und Verwaltung in Deutschland (Oktober 2023 – Dezember 2026)

Ausländerinnen und Ausländer mit Fluchthintergrund in Deutschland weisen eine im Vergleich zu anderen Gruppen deutlich erhöhte Einbürgerungsneigung auf; dies lässt sich insbesondere am Beispiel der vor allem 2015/16 zugewanderten Gruppe der Syrerinnen und Syrer beobachten. Gleichzeitig gelten Einbürgerungen als integrationsfördernd, insbesondere für ökonomisch oder statusbedingt benachteiligte Herkunftsgruppen. Doch bislang ist nur wenig über die Beweggründe dieser Personengruppe für eine Einbürgerung und deren Auswirkungen auf Teilhabe und Identität bekannt.

Um diese Lücke zu schließen, führt der wissenschaftliche Stab des SVR ein Forschungsprojekt durch, in dem das Einbürgerungsverhalten von Geflüchteten und die Bedeutung der Einbürgerung für den Integrationsprozess sowie deren administrative Umsetzung als ein Teil des Integrationsmanagements von Ländern und Kommunen vertieft untersucht werden. Dabei wird eine ländervergleichende Perspektive eingenommen, um die Situation in Deutschland mit der in anderen Staaten zu vergleichen, in denen die Einbürgerung von Flüchtlingen eine bedeutende Rolle spielt oder gespielt hat, und Lehren für das Integrationsmanagement ziehen zu können.

Das von der Stiftung Mercator geförderte Projekt strebt nicht nur eine bessere wissenschaftliche Erkenntnis über das Einbürgerungsverhalten von Geflüchteten an, sondern es zielt auch darauf ab, konkrete Lösungsansätze zu entwickeln, die den Einbürgerungsprozess optimieren und die Integration vor Ort stärken.

Die Befunde und Handlungsempfehlungen des Projekts sollen in einer Reihe von Publikationen und Veranstaltungen mit Stakeholdern in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie der breiteren Öffentlichkeit geteilt werden.


Ansprechpersonen
Dr. Jan Schneider
Leiter des Bereichs Forschung
Telefon: 030. 288 86 59 – 22
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Dr. Fabian Gülzau
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: 030. 288 86 59 – 23
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Rahmenbedingungen, Chancen und Herausforderungen der politischen Teilhabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Einwanderungsgeschichte (Juli 2023 – April 2025)

Das Forschungsvorhaben soll neue und differenzierte Daten zur politischen Partizipation junger Menschen mit eigener/familiärer Migrations- oder Fluchtgeschichte bereitstellen und insbesondere Erkenntnisse zu den Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Chancen der politischen Teilhabe zu Tage fördern. Dabei sollen zum einen Items aus dem SVR-Integrationsbarometer 2024 ausgewertet werden. Die darin enthaltene repräsentative Stichprobe von Menschen mit Migrationshintergrund soll Aufschluss über das Ausmaß politischer Teilhabe, aber auch zu deren Voraussetzungen und Chancen geben sowie Partizipationshindernisse aufdecken. Zum anderen sollen leitfadengestützte qualitative Interviews geführt und analysiert werden, um Gelingensbedingungen für politische Partizipation sowie Zugangs- und Teilhabebarrieren für junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte zu identifizieren. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Politik, Akteurinnen und Akteure des Bildungssystems sowie die Zivilgesellschaft.

Das Forschungsvorhaben ist Teil des Projekts „YoungUp!“, das vom Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat durchgeführt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und für Antirassismus gefördert wird.

Die Publikation einer Studie mit den Projektergebnissen ist für Februar 2025 geplant.


Ansprechperson
Dr. Nora Storz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel. 030.2888659 – 26
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2022

Transnationale Netzwerke und zivilgesellschaftliche Aktivitäten im Kontext von Fluchtmigration: Die afghanischen und syrischen Communities in Deutschland (Februar 2022 – Dezember 2024)

Die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen aus Afghanistan und Syrien ist im vergangenen Jahrzehnt infolge der Fluchtmigration aus beiden Ländern stark angestiegen. Dieser signifikanten Zuwanderungsepisode gingen frühere voraus, sodass kleinere afghanische und syrische Communities in Deutschland bereits seit mehreren Jahrzehnten ansässig sind. In beiden Fällen haben sich Migrationsmuster auch durch Familiennachzug verfestigt; eine neue Generation wird in Deutschland geboren und wächst hier auf. Die anhaltende Konfliktlage in beiden Ländern lässt darauf schließen, dass viele Zugewanderte dauerhaft in Deutschland bleiben werden. Die ersten Kohorten der in den 2010er Jahren zugewanderten Personen können mittlerweile eine Niederlassungserlaubnis bzw. ihre Einbürgerung beantragen.

Ein vergleichendes Forschungsprojekt untersucht, ob und inwieweit sich in Deutschland eine afghanische bzw. eine syrische ‚Diaspora-Community‘ herausbildet, wie sich diese organisiert und welche Rolle sie sowohl mit Blick auf das Leben der jeweiligen Personen in Deutschland als auch in Bezug auf ihre Verbindungen ins Herkunftsland spielt. Neben den transnationalen Aktivitäten soll auch ein fundiertes und nuanciertes Bild der afghanistan- und syrienstämmigen Bevölkerung, insbesondere mit Blick auf ihre Organisations- bzw. kollektiven Handlungsformen, hervorgehen. Anhand der Erkenntnisse sollen Vorschläge gemacht werden, wie die gesellschaftliche Teilhabe dieser Gruppen in Deutschland gestärkt werden kann und inwieweit ihr zivilgesellschaftliches Engagement für die deutsche Integrations-, Außen- und Entwicklungspolitik von Bedeutung sein könnte.

Ein Policy Brief wurde im Juni 2022 veröffentlicht; die Publikation weiterer Projektergebnisse ist für 2023 vorgesehen.

Policy Brief

Neue Diaspora? Engagement und transnationale Netzwerke der afghanischen und syrischen Communities in Deutschland


Ansprechpersonen

Karoline Popp
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
in Elternzeit

Dr. Nils Friedrichs
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Tel. 030. 288 86 59 – 15
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Solidarität in der Aufnahmegesellschaft: Wahrnehmung Geflüchteter und Determinanten für Engagement und Hilfsbereitschaft (November 2022 – Februar 2024)

Das Forschungsprojekt des wissenschaftlichen Stabs des SVR steht im Kontext der jüngeren Fluchtbewegungen nach Deutschland. Es soll die Sichtweise der (‚aufnehmenden‘) Bevölkerung thematisieren und dabei insbesondere die Bereitschaft zur Unterstützung sowie die zugrundeliegenden Motive für Engagement untersuchen. Zum einen ist dabei von Interesse, inwieweit verschiedene Motivationen zur Freiwilligenarbeit mit der Hilfsbereitschaft für Geflüchtete (aus der Ukraine) in Zusammenhang stehen. Zum anderen soll untersucht werden, inwieweit sich die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen aus der Ukraine von der Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen aus anderen, kulturell wie geografisch ferneren Gegenden der Welt, z. B. Syrien oder Nigeria, unterscheidet.

Auf Basis eines Online-Surveys der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland mit mehreren Befragungszeitpunkten sollen neue Befunde zu Einstellungen und zum Engagement einer ‚Aufnahmebevölkerung‘ gewonnen werden. Ziel ist die Ableitung von Strategien und konkreten Ansätzen, mit denen Akteurinnen und Akteure der Integrationspolitik das Engagement der Zivilgesellschaft fördern und diese dabei besser unterstützen können, Solidarität mit Geflüchteten aufrecht zu erhalten.

Das Projekt läuft bis zum ersten Quartal 2024. In dieser Zeit sind zwei Publikationen mit Projektergebnissen geplant. Das Forschungsprojekt wird von der Stiftung Mercator gefördert.


Ansprechpersonen
Dr. Nora Storz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel. 030.2888659 – 26
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Alex Wittlif
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Tel. 030.2888659 – 31
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Einflussreich und repräsentativ? Migrantendachverbände in der Integrationspolitik (Februar 2022 – Dezember 2024)

Migrantendachverbände treten heute vielfach regional wie auch auf Bundesebene als Lobbyorganisationen auf, um z. B. politische, soziale oder kulturell-religiöse Interessen von Menschen mit Migrationsgeschichte gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten. Seit den 2000er Jahren wird dieses Selbstverständnis als Impulsgeberinnen von Integrationspolitik auch auf Bundesebene zunehmend anerkannt. Als konkreter Ausdruck dessen gilt z. B. die vermehrte Einbindung von Migrantendachverbänden in bundespolitische Dialoggremien wie den Integrationsgipfel. Zugleich bleibt das Wissen über die Struktur und Dynamik der Landschaft interessenvertretender Migrantendachverbände in Deutschland bis heute sehr begrenzt. Gleiches gilt für die Entwicklung ihrer Rolle und Funktion in der Integrationspolitik.

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, einen Beitrag zum Schließen dieser Forschungslücken zu leisten. Es knüpft inhaltlich an die von 2018 bis 2020 vom ehemaligen SVR-Forschungsbereich durchgeführte Studie „Migrantenorganisationen als Partner von Politik und Zivilgesellschaft“ an, die dazu diente, einen Überblick über die Größe, Vielfalt und Struktur der Gesamtheit von Migrantenorganisationen in Deutschland herzustellen. Darauf aufbauend sollen praxisrelevantes Grundlagenwissen insbesondere zu den auf Bundesebene agierenden Migrantendachverbänden bereitgestellt sowie Repräsentationspotenziale und Einflusschancen im politischen Prozess untersucht werden.

Die Veröffentlichung eines Policy Briefs erfolgte im November 2022. Ein breiter angelegtes Forschungsprojekt soll 2023 folgen.

Publikation


Policy Brief

Auf Partnersuche? Staat und Migrantendachverbände in der Integrationspolitik


Ansprechperson

Dr. Marie Mualem Sultan
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel. 030. 2888 659 – 19
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2021

Prekäre Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften und Perspektiven für ihre Teilhabe in Deutschland (April 2021 – September 2023)

Die Kehrseite von Hochqualifizierten- und Fachkräftemigration, die in der Regel mit überdurchschnittlichen Löhnen einhergeht, ist prekäre Erwerbsmigration im Niedriglohnsektor. Wie die Corona-Pandemie zuletzt gezeigt hat, tragen Branchen und Berufe, für die niedrige Bezahlung und prekäre Beschäftigungsbedingungen charakteristisch sind, maßgeblich zu einer funktionierenden Gesellschaft und Wirtschaft bei. Gleichzeitig handelt es sich oft um Tätigkeiten, die nur Qualifikationen unterhalb des Fachkräfteniveaus erfordern. Ausländische Arbeitnehmerinnen und -nehmer sind im deutschen Niedriglohnsektor deutlich überrepräsentiert. Zu den in dieser Hinsicht besonders relevanten Branchen zählen u. a. der Verkehr- und Logistiksektor, das Lebensmittel- und Gastgewerbe, Reinigungsberufe, das Baugewerbe und die Landwirtschaft. Mit prekärer Beschäftigung gehen oft prekäre Teilhabechancen einher. Dies liegt zum einen an den zugrundeliegenden Beschäftigungsformen (wie Leiharbeit, Werkverträge, Saisonarbeit oder Entsendung), an den Zugangsregelungen und Aufenthaltsrechten, die damit verbunden sind, und an den realen Arbeitsbedingungen. Zugleich verlangen bestimmte – oft zunächst temporär angelegte – Formen der Erwerbsmigration nach einem alternativen Verständnis von Integration, das nicht immer zur Aufenthaltsverfestigung und schlussendlich zur ‚Vollmitgliedschaft‘ durch Einbürgerung und einer Teilhabe in allen zentralen Lebensbereichen führen muss.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Teilhabehürden und -chancen von zugewanderten Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmern aus EU- und Drittstaaten, die im Niedriglohnsektor arbeiten, systematisch zu untersuchen – und Wege aufzuzeigen, wie diese Hürden überwunden werden können. Anhand von statistischen, juristischen und empirischen Analysen und ausgewählten branchenspezifischen Fallstudien wird das Projekt die normative und praktische Bedeutung von Teilhabe für prekär beschäftigte ausländische Arbeitskräfte herausarbeiten und mit Handlungsansätzen für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verbinden.

Das Projekt besteht aus insgesamt fünf Modulen, zu denen neben einer Reihe von Publikationen die Einbindung von und die Vernetzung mit Stakeholdern, Praktikern sowie insbesondere Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft/Arbeitsmarkt, Zivilgesellschaft und Wissenschaft gehören. Das Forschungsprojekt wird von der Stiftung Mercator gefördert und läuft vom 1. April 2021 bis 30. September 2023. Eine erste Publikation wurde im August 2022 veröffentlicht (siehe unten), eine weitere ist in 2023 vorgesehen. 


Ansprechpersonen
Dr. Holger Kolb
Leiter des Bereichs Jahresgutachten
Tel. 030. 288 86 59-16
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Dr. Franziska Loschert
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel. 030. 288 86 59 – 34
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Franziska Schork
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel. 030. 288 86 59 – 34
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Publikation


Policy Brief

‚Zeitenwende' bei der Arbeitsmarktintegration? Teilhabe und Prekarität von Ukrainerinnen und Ukrainern am deutschen Arbeitsmarkt


Abgeschlossene Projekte

Die folgende Liste enthält auch sämtliche Projekte des Forschungsbereichs beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR-Forschungsbereich), dessen Grundfinanzierung die Stiftung Mercator von 2011 bis 2020 zur Verfügung gestellt hat und dessen Arbeit nun vom wissenschaftlichen Stab des SVR fortgesetzt wird.

2022

Antisemitische und antimuslimische Einstellungen im Einwanderungsland (Februar 2022 – Oktober 2022)

Antisemitismus auf der einen und Islamophobie bzw. Muslimfeindlichkeit auf der anderen Seite sind seit Jahren Gegenstand der öffentlichen wie politischen Debatte. Die Thematik hat an Relevanz gewonnen, da antisemitisch und antimuslimisch motivierte Straftaten in jüngster Zeit (wieder) zugenommen haben. Für ein friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft ist es aber entscheidend, dass keine Gruppe systematisch ausgegrenzt oder gar bedroht wird. Islamfeindliche und antisemitische Einstellungen sind mit Blick auf die Gesamtbevölkerung in Deutschland vergleichsweise gut erforscht: Repräsentative Umfragen stellen tendenziell fest, dass islamophobe und muslimfeindliche Einstellungen etwas stärker verbreitet sind als Antisemitismus. Weniger gut ausgeleuchtet wurden die Einstellungen speziell von Menschen mit Migrationshintergrund zum Judentum und dem Islam. Um die Gesamtheit der Intergruppenbeziehungen in der Einwanderungsgesellschaft besser verstehen und darauf aufbauend politischen Handlungsbedarf erkennen zu können, ist Wissen über diese Einstellungen innerhalb der verschiedenen Zuwanderungs- und Religionsgruppen in Deutschland nötig.

Ziel des Projekts ist, Ausmaß und Verbreitung antisemitischer und islamophober bzw. muslimfeindlicher Einstellungen unter Menschen mit Migrationshintergrund auf Basis des SVR-Integrationsbarometers 2020 zu untersuchen. Dabei ermöglicht das SVR-Integrationsbarometer, entsprechende Einstellungen nicht nur repräsentativ auf Herkunftsgruppenebene darzustellen, sondern auch nach Religionszugehörigkeit der Befragten aufzuschlüsseln. Zudem wird untersucht, ob und inwiefern Antisemitismus und Islamfeindlichkeit mit migrationsspezifischen und soziodemografischen Faktoren zusammenhängen.

Die Forschungsergebnisse wurden im Oktober 2022 in Form einer Studie veröffentlicht.


Studie

Antimuslimische und antisemitische Einstellungen im Einwanderungsland – (k)ein Einzelfall?

Integration in Hamburg. Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2020 (Januar 2022 – Dezember 2022)

Das Integrationsbarometer ist eine repräsentative Bevölkerungsumfrage unter Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland. Es misst das Integrationsklima in der Einwanderungsgesellschaft und erhebt Einschätzungen und Erwartungen der Bevölkerung mit Blick auf Integration und Migration sowie auf Integrations- und Migrationspolitik. Das SVR-Integrationsbarometer 2020 wurde erstmals gemeinsam vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat sowie von den Ländern gefördert. Damit ist das Integrationsbarometer zu einem Bund-Länder-Barometer erweitert worden, das auch Auswertungen auf Ebene aller Länder ermöglicht.

Die Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) hat den wissenschaftlichen Stab des SVR damit beauftragt, eine Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2020 zu erstellen. Die vorliegenden Daten für Hamburg sollen vertiefend analysiert und mit den Befunden von 2018 verglichen werden. Dazu gehören insbesondere Integrationsindikatoren zur sozialen (Kontakthäufigkeiten, Diskriminierungswahrnehmung), kulturellen (Deutschkenntnisse) und identifikatorischen Integration (Gefühl der Zugehörigkeit zu Deutschland/zur eigenen Stadt etc.). Daneben wird die Erhebung und Entwicklung des Integrationsklimas im Fokus stehen. Die Sonderauswertung wurde im Juli 2022 an das Land übergeben.

Integrationsgesetze auf Länderebene: Eine aktualisierte Bestandsaufnahme – und was der Bund daraus lernen kann (Juli 2022 – November 2022)

Die Bundesländer haben verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten in der Integrationspolitik. In den letzten zehn Jahren haben fünf Länder diesen Spielraum zur Verabschiedung von Integrations- und Teilhabegesetzen genutzt, zwei davon wurden bereits umfassend reformiert. In weiteren Ländern sind entsprechende Gesetze in Vorbereitung. Auch auf Bundesebene sieht der Koalitionsvertrag ein Partizipationsgesetz für mehr Repräsentanz und Teilhabe vor. Aus diesem Anlass hat der wissenschaftliche Stab des SVR im Auftrag des Bundesministeriums des Innern und für Heimat einen Policy Brief zu den Integrationsgesetzen auf Länderebene aus dem Jahr 2017 aktualisiert. Der Vergleich der Regelwerke in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein zeigt: Integrations- und Teilhabegesetze können Integrationspolitik nicht nur symbolisch aufwerten, sondern entfalten auch Steuerungswirkung, indem sie Grundsätze verankern und Strukturen zur Koordination und Mitwirkung schaffen oder stärken. Über ihre Wirkung entscheidet neben der rechtlichen Ausgestaltung dabei auch die politische Umsetzung. Die Studie des wissenschaftlichen Stabs leitet aus der Analyse der Ländergesetze auch Impulse für das Vorhaben eines Bundespartizipationsgesetzes ab.

Die Studie wurde im November 2022 veröffentlicht und liegt als barrierefreie pdf vor.

Studie


Integrationsgesetze auf Länderebene: Eine aktualisierte Bestandsaufnahme – und was der Bund daraus lernen kann (barrierefrei)

2021

Mediennutzung von Migrantinnen und Migranten: Befunde aus dem SVR-Integrationsbarometer 2020 (Januar 2021 – August 2021)

Das Medienkonsumverhalten liefert vielseitige Einblicke in das Leben von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Anhand dessen lässt sich nicht nur ablesen, wo oder in welcher Sprache diese heterogene Gruppe ihre Informationsbedarfe deckt und ob hierbei Unterschiede zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund auftreten. Denn Mediennutzung korreliert mit einer Reihe von Faktoren, die zum Repertoire der Integrationsmessung zählen, darunter zum Beispiel Sprachkompetenz, kulturelles Einfinden und politische Orientierung.

Das SVR-Integrationsbarometer 2020 bietet die Möglichkeit, die Vielfalt des aktuellen Nutzerinnen- und Nutzerverhaltens – wie den Konsum von sozialen Medien, (Online-)Zeitschriften bzw. (Online-)Zeitungen und (Online-)Fernsehen – darzustellen. Auf diese Weise kann untersucht werden, inwiefern aktuelle mediale Nutzerpräferenzen von Personen mit  Migrationshintergrund mit soziodemografischen und migrationsspezifischen Faktoren zusammenhängen. Zudem können dank hoher Fallzahlen mögliche Herkunftsgruppenunterschiede bei verwandten Aspekten wie beispielsweise dem Vertrauen in deutsche Medien oder dem Vertrauen in die Medien des Herkunftslandes in den Blick genommen werden.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden im August 2021 in Form eines Policy Briefs veröffentlicht.

Das SVR-Integrationsbarometer 2020 wurde erstmals gemeinsam vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat sowie von den Ländern gefördert. Folgen Sie diesem Link, um weitere Informationen zum SVR-Integrationsbarometer zu lesen.

Publikation


Policy Brief

Auf Empfang gestellt? Aktuelle Befunde zur Mediennutzung und zum Medienvertrauen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund


Expertise zu kommunaler Einbürgerungspraxis (März 2021 – Juli 2021)

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration im Bundeskanzleramt hat den wissenschaftlichen Stab des SVR damit beauftragt, eine Expertise zu guter Praxis bei Einbürgerungskampagnen auf kommunaler und Landesebene durchzuführen. Durch die Analyse von Einbürgerungskampagnen, allgemeinen Informationsmaßnahmen zur Einbürgerungssteigerung sowie Formen der kommunalen Verwaltungsorganisation in ausgewählten Kommunen und Bundesländern, die ihre Einbürgerungszahlen durch eigene Maßnahmen nachhaltig und signifikant erhöht haben, sollen Good-Practice-Beispiele identifiziert und Qualitätskriterien für Einbürgerungskampagnen entwickelt werden. Ziel ist es, auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen sowohl für Kommunen und Länder als auch für die Bundesregierung bezüglich der Förderung des Einbürgerungsgeschehens in Deutschland zu entwickeln.

Im Rahmen des Vorhabens werden – nach Möglichkeit und in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt bzw. den zuständigen Behörden und Ämtern der Länder – Daten der Einbürgerungsstatistik und des Ausländerzentralregisters für vertiefende Analysen genutzt. Bereits seit mehreren Jahren erhebt das Statistische Bundesamt regelmäßig das sog. ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial (aEP), welches die Zahl der Einbürgerungen zur Zahl der seit 10 Jahren in Deutschland wohnhaften Ausländerinnen und Ausländer ins Verhältnis setzt. Das aEP bildet somit das Einbürgerungsinteresse von Ausländerinnen und Ausländern zuverlässiger ab als die einfache Einbürgerungsquote. Es besteht aber ein Bedarf an stärkerer regionaler Untergliederung bezüglich des erhobenen aEP, z.B. auf der Ebene der Kreise und kreisfreien Städte, die für die Bearbeitung und – je nach Bundesland – auch für die Entscheidung der Einbürgerungsanträge zuständig sind.

Die Ergebnisse des Projekts wurden in Form einer Expertise der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration veröffentlicht. Darüber hinaus wurden sie bei einer öffentlichen Fachveranstaltung Anfang Juni 2021 vorgestellt.

Publikation


Expertise

Erfolgsfaktoren einer gelingenden Einbürgerungspraxis


Integration in Schleswig-Holstein. Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2020 (April 2021 – Dezember 2021)

Das Integrationsbarometer ist eine repräsentative Bevölkerungsumfrage unter Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland. Es misst das Integrationsklima in der Einwanderungsgesellschaft und erhebt Einschätzungen und Erwartungen der Bevölkerung mit Blick auf Integration und Migration sowie auf Integrations- und Migrationspolitik. Das SVR-Integrationsbarometer 2020 wurde erstmals gemeinsam vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat sowie von den Ländern gefördert. Damit ist das Integrationsbarometer zu einem Bund-Länder-Barometer erweitert worden, das auch Auswertungen auf Ebene aller Länder ermöglicht.

Im Rahmen der vom Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein in Auftrag gegebene Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2020 wurden dessen Inhalte für Schleswig-Holstein vertiefend analysiert und dargestellt. Im Zentrum stand die Untersuchung der sozialen, kulturellen und identifikatorischen Dimensionen von Integration sowie das Vertrauen in Institutionen und der Integrationsklima-Index mithilfe deskriptiver und multivariater statistischer Verfahren.

Der finale und barrierefreie Bericht wurde im November 2021 an das Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein übergeben und auf der Website des SVR eingestellt.

Publikation


Expertise

Integration in Schleswig-Holstein. Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2020

Integration in Rheinland-Pfalz. Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2020 (September 2021 – Februar 2022)

Das Integrationsbarometer ist eine repräsentative Bevölkerungsumfrage unter Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland. Es misst das Integrationsklima in der Einwanderungsgesellschaft und erhebt Einschätzungen und Erwartungen der Bevölkerung mit Blick auf Integration und Migration sowie auf Integrations- und Migrationspolitik. Das SVR-Integrationsbarometer 2020 wurde erstmals gemeinsam vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat sowie von den Ländern gefördert. Damit ist das Integrationsbarometer zu einem Bund-Länder-Barometer erweitert worden, das auch Auswertungen auf Ebene aller Länder ermöglicht.

Das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz (MFFKI) hat den wissenschaftlichen Stab des SVR damit beauftragt, eine Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2020 zu erstellen. Die vorliegenden Daten für Rheinland-Pfalz wurden vertiefend analysiert und dargestellt. Im Fokus stand die Untersuchung der sozialen, kulturellen und identifikatorischen Dimensionen von Integration, das Vertrauen in Institutionen und Medien sowie der Integrationsklima-Index. Diese Aspekte wurden mithilfe deskriptiver und multivariater statistischer Verfahren analysiert. Die Sonderauswertung wurde Ende Februar 2022 an das Land übergeben.

Publikation


Expertise

Integration in Rheinland-Pfalz. Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2020.

Flüchtlinge als Neubürgerinnen und Neubürger – Herausforderungen und Potenziale für die deutsche Einbürgerungspolitik und -praxis (Juli 2021 – Juni 2022)

Ein großer Teil der 2015 und 2016 als Schutzsuchende eingereisten Ausländerinnen und Ausländer erfüllt in nächster Zeit die gesetzlich festgeschriebene Mindest-Aufenthaltsdauer als eine der Voraussetzungen für eine Einbürgerung in Deutschland. Gleichzeitig ist festzustellen, dass Schutzberechtigte sowohl gegenüber EU-Bürgerinnen und -Bürgern als auch sonstigen Drittstaatsangehörigen eine größere Neigung haben, sich einbürgern zu lassen. Nachdem die Zahl der jährlichen Einbürgerungsanträge, abgesehen von Sondereffekten wie dem Brexit oder einem Bearbeitungsstau infolge der Corona-Pandemie, seit Jahren bei rund 110.000 stagniert, ist daher für die nächsten Jahre von einer Dynamisierung des Einbürgerungsgeschehens auszugehen – auch unabhängig von weiteren durch die neue Bundesregierung angekündigten Reformen im Staatsangehörigkeitsrecht, die das Potenzial der Einbürgerungsberechtigten zeitweise deutlich vergrößern würden.

Im Rahmen des Projekts soll eine Potenzialabschätzung vorgenommen werden, in der von den Geflüchteten- bzw. Anerkennungszahlen sowie Aufenthaltsdauern verschiedener Herkunftsnationalitäten auf die in nächster Zeit zu erwartenden Einbürgerungsanträge geschlossen wird. Die Veröffentlichung eines Policy Brief ist für das erste Halbjahr 2022 vorgesehen.

Publikation


Policy Brief

Flüchtlinge als Neubürgerinnen und Neubürger. Das Potenzial der nächsten Jahre

2020

„Closing Moria?“ Warum die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln nicht einfach geschlossen werden (April 2020 – Juni 2021)

Die Situation in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ist nicht erst seit einer drohenden COVID-19-Pandemie und dem Brand im Lager Moria im September 2020 katastrophal. Schon lange mehren sich die Rufe aus Politik und Zivilgesellschaft, die Lager – die im Jahr 2015 von der Europäischen Union zu Hotspots erklärt wurden – zu evakuieren.

Trotz erheblicher finanzieller Ressourcen und personeller Unterstützung durch EU-Agenturen bei der Aufnahme ankommender Schutzsuchender ist es bislang nicht gelungen, effiziente Asylverfahren durchzuführen und eine angemessene Unterbringung und Versorgung in den Hotspots zu gewährleisten. Scheinbar ‚offensichtliche‘ Lösungen – wie Transfers auf das griechische Festland oder in andere Mitgliedstaaten – haben bis dato kaum Wirkung gezeigt.  

Das Projekt „Closing Moria?“ geht der Frage nach, welche Faktoren die Situation in den griechischen Hotspots bedingen und ihrer Lösung im Weg stehen. Dazu werden u. a. Aspekte der griechischen und europäischen Asylpolitik untersucht. Mit dem EU-Pakt zu Migration und Asyl, den die Europäische Kommission am 23. September 2020 vorlegte, kommt grenznahen Lagern und Asyl(schnell-)verfahren ein erhöhter Stellenwert in der europäischen Asylpolitik zu. Eine Analyse der Erfahrung in den griechischen Hotspots hinsichtlich struktureller Probleme und Umsetzungshürden ist daher mit Blick auf die weitere Entwicklung der europäischen Asylpolitik relevant. Das Projekt stützt sich auf Literaturrecherche, Policy-Dokumente und Hintergrundgespräche mit Expertinnen und Experten.

Ergebnisse erschienen am 16. März 2021 in Form eines Policy Briefs. Die englische Fassung des Policy Briefs wurde am 30. März 2021 veröffentlicht.

Publikation


Policy Brief

„No more Morias“? Die Hotspots auf den griechischen Inseln: Entstehung, Herausforderungen und Perspektiven


Begleitstudie im Rahmen der DAAD-Programme PROFI und INTEGRA (Oktober 2020 – September 2021)

Die Hürden, vor denen geflüchtete Studierende an deutschen Hochschulen beim Einstieg in den hiesigen Arbeitsmarkt stehen, sind vielfältig. In Teilen gleichen sie denen anderer internationaler Studierender, gehen jedoch noch darüber hinaus, zum Beispiel hinsichtlich des Bleiberechts. Inwieweit Flüchtlingen der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingt, hängt daher sehr von der Unterstützung der Hochschulen und anderer lokaler Organisationen ab. Mit dem bundesfinanzierten Programm „Integration von Flüchtlingen ins Fachstudium (INTEGRA)“ und dem „Programm zur Förderung der bildungsadäquaten Integration geflüchteter Akademikerinnen und Akademiker in den deutschen Arbeitsmarkt (PROFI)“ hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) zwei Instrumente entwickelt, um Flüchtlinge auf das Studium und den Berufseinstieg vorzubereiten.

Die Begleitstudie des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) soll die Praktikabilität und Wirksamkeit der Programmstrategien zur Beseitigung von Hürden auf den Weg in den Arbeitsmarkt analysieren. Ziel ist die Beschreibung von Gelingensbedingungen und Methoden, mit denen Hochschulen den zentralen Hürden für Flüchtlinge beim Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt erfolgreich begegnen können.

Die Begleitstudie wurde im Auftrag des DAAD erstellt und ist im November 2021 erschienen.

Publikation


Expertise

Flüchtlingsintegration und Fachkräftemigration: Welche Rolle spielen Hochschulen?


Analyse aktueller Daten zur Integration von (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern in Deutschland (Oktober 2020 – Mai 2022)

Seit 1950 sind über 4,5 Millionen Menschen als Aussiedlerinnen und Aussiedler bzw. (ab 1993) als (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler nach Deutschland gekommen, vor allem aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, Polen und Rumänien. Während (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler in den 1990er und frühen 2000er Jahren vermehrt Gegenstand der deutschen Migrations- und Integrationsforschung waren, scheint dieses Forschungsinteresse innerhalb des zurückliegenden Jahrzehnts erheblich nachgelassen zu haben und es gibt kaum aktuelle und umfassende Studien.

Daher untersucht der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) in Kooperation mit dem Forschungszentrum des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den aktuellen Stand der Integration und Teilhabe von (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern. Neben strukturellen Teilhabeindikatoren sollen auch Einstellungen, Überzeugungen und Einschätzungen in dieser Bevölkerungsgruppe untersucht werden, die für das Zusammenleben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Einwanderungsland bedeutsam sind.

Grundlage der Analyse sind Daten der SVR-Integrationsbarometer, insbesondere aus 2018 und 2020, die zahlreiche Aspekte der sozialen, kulturellen und identifikatorischen Integration erheben. Die hohe Fallzahl der Bevölkerungsumfrage ermöglicht die Untersuchung von (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern als eigene Gruppe. Ergänzt wird dies durch eine vom BAMF-Forschungszentrum durchgeführte Analyse von Wanderungs- und Mikrozensusdaten, die sich vor allem auf strukturelle Integrationsaspekte wie Bildung und Arbeitsmarktbeteiligung beziehen, sowie eine Auswertung der in den letzten zehn Jahren erschienenen Forschungsliteratur.

Die Ergebnisse des Projekts wurden im Frühjahr 2022 in Form einer Studie veröffentlicht. Das Forschungsvorhaben wurde durch eine Zuwendung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge kofinanziert und lief von Oktober 2020 bis Mai 2022.


Publikation

Studie

Integration gelungen? Lebenswelten und gesellschaftliche Teilhabe von (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern

2019

Bildungslücken schließen! Ein Vergleich der Bildungszugänge junger Neuzugewanderter in der Europäischen Union (Januar 2019 – Dezember 2020)

Für die mehr als 2,2 Millionen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die zwischen 2015 und 2016 in die EU bzw. innerhalb der Union migriert sind, stellt der Zugang zu Bildung eine entscheidende Weiche für den weiteren Lebensweg. Nicht selten stehen die 16- bis 25-Jährigen vor der Herausforderung, die bereits entstandenen Lücken in ihrer Bildungsbiographie zu schließen.

Das Projekt des SVR-Forschungsbereichs untersucht, welche Bildungschancen für diese Gruppe in ausgewählten EU-Mitgliedstaaten bestehen. Im Blickfeld liegen Zugangsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote in der allgemeinen und in der beruflichen Bildung. Dabei sollen insbesondere die staatliche Steuerung sowie das lokale Engagement der Bildungsinstitutionen vergleichend untersucht werden.

Das Forschungsvorhaben wurde gefördert von der Stiftung Mercator und lief bis Dezember 2020. Erste Ergebnisse erschienen im Januar 2020 in Form eines Policy Briefs. Im November 2020 ist die Studie „Heraus aus dem Labyrinth. Jungen Neuzugewanderten in Europa den Weg zur Berufsbildung erleichtern“ erschienen.

Publikation


Policy Brief

Zugang per Zufallsprinzip? Neuzugewanderte auf dem Weg in die berufliche Bildung

Studie

Heraus aus dem Labyrinth. Jungen Neuzugewanderten in Europa den Weg zur Berufsbildung erleichtern


Politisch-gesellschaftliche Teilhabe im Einwanderungsland: Neue Befunde zur Repräsentation und Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland (Juni 2019 – Juni 2021)

Unter den verschiedenen, integrationspolitisch besonders relevanten Teilhabebereichen – darunter etwa Bildung und Ausbildung, Arbeitsmarkt, Wohnen und Gesundheit – gehören die politische Partizipation und andere gesellschaftlich-soziale Teilhabebereiche bislang zu den weniger gut untersuchten: Wie gut fühlen sich Migrantinnen und Migranten im politischen System der Bundesrepublik Deutschland repräsentiert? Vertrauen sie den verschiedenen Institutionen? Und sind sie politisch/gesellschaftlich engagiert?

Das Projekt des SVR-Forschungsbereichs wird sich den zentralen Determinanten für Politikverständnis, -vertrauen, politische Aktivität/Partizipation sowie gesellschaftliches Engagement widmen und dabei insbesondere entsprechende Items aus den SVR-Integrationsbarometern 2018 und 2020 auswerten. Dabei werden unterschiedliche Herkunftsgruppen (auch im Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund), Geschlechterdifferenzen, Zuwanderergenerationen, regionale Besonderheiten sowie soziodemographische Hintergrundvariablen berücksichtigt.

Die geplante Studie ist Teil des Projekts BePart – Politische Teilhabe beginnt vor Ort!, das federführend von Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung durchgeführt wird. „BePart“ wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Das Projekt läuft bis zum 30. Juni 2021. Im März 2021 ist die Studie "Mitten im Spiel - oder nur an der Seitenlinie? Politische Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland" erschienen.

Publikation


Studie

Mitten im Spiel - oder nur an der Seitenlinie? Politische Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland


2018

In einem unbekannten Land: Wie transparent ist das Asyl- und Aufnahmesystem für Flüchtlinge? (Januar 2018 – März 2020)

Je schneller und je besser neu angekommene Flüchtlinge das Asyl- und Aufnahmesystem verstehen, umso besser können sie ihre Pflichten, Rechte und Handlungsmöglichkeiten wahrnehmen. Dies stärkt vor dem Hintergrund ihrer individuellen Bedarfe und Ziele nicht nur ihre Handlungskompetenz, es entlastet auch das Asyl- und Aufnahmesystem selbst, da z. B. behördliche Prozesse reibungsloser ablaufen und Flüchtlinge weniger Unterstützung benötigen. Doch wie gut durchschauen und verstehen Flüchtlinge das Asyl- und Aufnahmesystem? Was kann getan werden, damit es für Flüchtlinge möglichst transparent ist? Der SVR-Forschungsbereich ist diesen Fragen im Rahmen eines gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung durchgeführten Projekts nachgegangen. Dieses führte die gemeinsame Interviewstudie „Wie gelingt Integration? Asylsuchende über ihre Lebenslagen und Teilhabeperspektiven in Deutschland“ fort. In einem ersten Schritt wurde anhand der Interviewdaten aufgearbeitet, wie es um die Systemkenntnisse der Flüchtlinge bestellt ist und an welchen Stellen Informationslücken bestehen. In einem zweiten Schritt wurde untersucht, wie staatliche und nicht-staatliche Akteurinnen und Akteure Kenntnisse des Aufnahme- und Asylsystems an Flüchtlinge vermitteln, und wie sie mit Flüchtlingen kommunizieren. Hierfür wurden u. a. Hintergrundgespräche mit Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Flüchtlingsintegration geführt.

Das Projekt wurde von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Die Ergebnisse wurden im Juni 2018 in Form eines Policy Briefs veröffentlicht.

Publikation


Policy Brief

Viele Fragen, zu viele Antworten? Die Transparenz des Asyl- und Aufnahmesystems für Flüchtlinge


Veränderungen an der Wahlurne – eine Analyse der Parteipräferenzen von Zuwanderern (Juni 2018 – September 2018)

In einem demokratischen System ist der Gang zur Wahlurne nicht die einzige, aber doch die wichtigste Form der politischen Beteiligung. Während sich in der Vergangenheit zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten mit Parteipräferenzen der Gesamtbevölkerung beschäftigten, sind Wahlneigungen der Zuwanderer bislang noch nicht ausreichend erforscht. In Deutschland leben über 19 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Bei der Bundestagswahl 2017 hat sich der Anteil der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund im Vergleich zu 2013 von 9,4 auf 10,2 Prozent erhöht. Wählerinnen und Wähler mit Migrationshintergrund haben für die Demokratie in Deutschland großes Gewicht und werden die politische Landschaft in Zukunft noch stärker mitgestalten.

Ziel des Projekts war, auf Basis des SVR-Integrationsbarometers grundlegende Parteiorientierungen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zu analysieren und diese mit Blick auf zukünftige, demografisch bedingte Verschiebungen innerhalb der Wählerstruktur zu untersuchen.

Eine erste Publikation mit Daten des SVR-Integrationsbarometers 2016 erschien im November 2016 und wurde von der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration im Rahmen des Themenjahrs Partizipation gefördert. Eine zweite Publikation mit Daten des SVR-Integrationsbarometers 2018, in der ein Vergleich zwischen beiden Erhebungswellen gezogen werden konnte, erschien im September 2018.

Publikationen


Policy Brief

Schwarz, rot, grün. Welche Parteien bevorzugen Zuwanderer?

Kurzinformation

Parteipräferenzen von Zuwanderinnen und Zuwanderern: Abschied von alten Mustern

Grafiken

Parteipräferenzen 2016 und 2018, in Prozent

Parteipräferenz nach Migrationshintergrund und Herkunftsgruppen

Parteipräferenzen von Türkeistämmigen 2016 und 2018


Politik verstehen, Politikern vertrauen, an Politik teilhaben. Politische Selbstwirksamkeit von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund (September 2018 – Juni 2019)

Die öffentliche Debatte kreist derzeit u. a. um Vertrauen, Zusammenhalt und Engagement als zentrale Begrifflichkeiten. ‚Der Politik‘ oder ‚der Demokratie‘ wird eine Krise bescheinigt und es hat den Anschein, als fehle es an Bindung zwischen Politikerinnen und Politikern und der Wählerschaft. Zahlreiche Menschen – mit und ohne Migrationshintergrund – scheinen mit Blick auf das politische Tagessgeschehen verunsichert: Verstehe ich wichtige politische Fragen überhaupt? Und habe ich den Eindruck, die Politik kümmert sich um mich und berücksichtigt meine Anliegen? Wie also schätzen Bürgerinnen und Bürger ihre „politische Selbstwirksamkeit“ ein – und was heißt das für politisches Engagement und das Vertrauen in das demokratische System? Im SVR-Integrationsbarometer 2018 wurden Personen mit und ohne Migrationshintergrund u. a. zu ihrer politischen Kompetenz und der Wahrnehmung ihrer politischen Einflussmöglichkeiten befragt. Eine Auswertung dieser Fragen erfolgte im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM-Institut). Die Auswertung ermöglichte sowohl einen Vergleich zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund als auch vertiefende Befunde hinsichtlich einzelner Herkunftsgruppen.

Das Kooperationsprojekt wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Die Projektergebnisse wurden in einem gemeinsamen Policy Brief vom SVR-Forschungsbereich und dem DeZIM-Institut im April 2019 veröffentlicht.

Publikation


Policy Brief

Mit der Politik auf Du und Du? Wie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ihre politische Selbstwirksamkeit wahrnehmen


Zwischen zwei Welten: Wertvorstellungen, Umgang mit kulturellen Unterschieden und Zugehörigkeitsgefühl von Flüchtlingen in Deutschland (Januar 2018 – März 2020)

Im Zuge der Fluchtzuwanderung seit 2015, insbesondere aber nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht 2015/16, ist die soziale und kulturelle Integration von Flüchtlingen verstärkt in den Fokus öffentlicher Debatten gerückt. Den Diskurs prägen dabei vor allem Debatten um Werte, Leitkultur und sozialen Zusammenhalt sowie religiösen Extremismus. Sozialwissenschaftliche Integrationskonzepte betonen schon länger, dass strukturelle, soziale und kulturelle Aspekte von Integration eng verzahnt sind, sich wechselseitig bedingen und entsprechend ganzheitlich betrachtet werden müssen. In den Debatten fehlt dabei nach wie vor vor allem die Perspektive der Betroffenen selbst. Wie stehen Flüchtlinge zum Thema Geschlechtsrollen oder religiöse Vielfalt und wie erleben sie das soziokulturelle Miteinander in Deutschland? In welchen Bereichen nehmen sie kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und ihren Herkunftsländern wahr und wie leicht oder schwer fällt es ihnen, mit diesen Unterschieden umzugehen? Der SVR-Forschungsbereich ging gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung diesen und weiteren Fragen im Rahmen eines Forschungsprojektes nach. Das Projekt führte die gemeinsame Interviewstudie „Von der Aufnahme zu gesellschaftlicher Teilhabe: Die Perspektive der Flüchtlinge auf ihre Lebenslagen in Deutschland“ fort. Die empirische Grundlage bildete das SVR-Integrationsbarometer 2017/18, das dafür eigens um eine Flüchtlingsstichprobe erweitert wurde. Es enthielt erstmals ein flüchtlingsspezifisches Fragenmodul, das auf Basis der Erkenntnisse der Interviewstudie entwickelt wurde.

Das Projekt wurde von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Die Ergebnisse erschienen im September 2019 in Form eines Policy Briefs.

Publikation


POLICY BRIEF

Andere Länder, andere Sitten? Welche kulturellen Unterschiede Flüchtlinge wahrnehmen – und wie sie damit umgehen


Ansprechpartner
Dr. Jan Schneider
Leiter des SVR-Forschungsbereichs
Tel. +49-30 – 2888 659-22
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Legale Migration zu Erwerbs- und Ausbildungszwecken: Mobilitätsoptionen nach Europa für Personen ohne Schutzperspektive (Januar 2018 – März 2021)

Vor dem Hintergrund ungesteuerter gemischter Wanderungsströme nach Europa untersucht das Forschungsvorhaben existierende und denkbare legale Alternativen. Hierbei stehen Optionen für solche Drittstaatsangehörige im Fokus, die vorrangig auf der Suche nach Arbeit oder Ausbildungsmöglichkeiten sind und keinen Anspruch auf internationalen Schutz geltend machen können. Anhand von fünf Länderfallstudien (Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden, Spanien) und einer Analyse der auswärtigen Migrationspolitik der Europäischen Union untersucht das Projekt bestehende legale Mobilitätsoptionen, Herausforderungen in Politikgestaltung und -umsetzung sowie Möglichkeiten für zukünftige politische und programmatische Ansätze im Bereich legaler Zuwanderungswege.

„Legale Migration zu Erwerbs- und Ausbildungszwecken: Mobilitätsoptionen nach Europa für Personen ohne Schutzperspektive” war ein Projekt des Forschungsbereichs beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration in Kooperation mit dem Migration Policy Institute Europe, gefördert durch die Stiftung Mercator. Die Ergebnisse wurden zwischen Dezember 2018 und Juni 2019 in Form mehrerer kürzerer Publikationen veröffentlicht. Die Abschlusstudie in englischer Sprache wurde im Oktober 2019 publiziert, die deutsche Version wurde am 20. November 2019 vorgestellt.

Projektbeschreibung

Publikationen


Studie

Legale Wege nach Europa. Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten für Personen ohne Schutzperspektive

Länderfallstudien

Länderfallstudie Frankreich (englisch; Yves Pascouau and Christophe Pouly)

Länderfallstudie Deutschland (deutsch; SVR-Forschungsbereich)

Länderfallstudie Italien (englisch; Roberta Perna)

Länderfallstudie Spanien (englisch; MPI Europe)

Länderfallstudie Schweden (englisch und schwedisch; Delmi / Bernd Parusel)

Weitere Publikationen

Neue Wege für legale Migration nach Europa (SVR-Forschungsbereich)

Seasonal Worker Programmes in Europe: Promising Practices and Ongoing Challenges (MPI Europe)


Migrantenorganisationen als Partner von Politik und Zivilgesellschaft (Oktober 2018 – Dezember 2020)

Migrantenorganisationen sind wichtige zivilgesellschaftliche Akteure in Deutschland. Ihr Engagement umfasst ein breites Spektrum an Zielen und Angeboten für die ‚eigene‘ Community und darüber hinaus. Im Zuge sich verändernder gesellschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen wandelt sich auch die äußerst heterogene Organisationslandschaft: Durch weitere Zuwanderung entstehen neue Formen, aber auch ein Trend, Dachverbände zu bilden und Migrantenorganisationen neuen Typs zu etablieren, ist festzustellen. Viele Migrantenorganisationen verstehen sich dabei auch als integrationspolitische Akteure und werden auch zunehmend als solche von Politik, Verwaltung und Einrichtungen der Zivilgesellschaft wahrgenommen und wertgeschätzt. Die systematische Kooperation mit und Förderung von Migrantenorganisationen wird jedoch erschwert durch eine Reihe offener Fragen. So fehlt bei genauer Betrachtung nicht nur eine einheitliche Vorstellung, was eine Migrantenorganisation ist und was nicht. Es bestehen auch gravierende Wissenslücken mit Blick auf die Größe der Organisationslandschaft, ihre Ausdifferenzierung, ihr Selbstverständnis und die konkreten Arbeitsweisen und Herausforderungen von Migrantenorganisationen.

Das auf zwei Jahre angelegte Studienvorhaben des SVR-Forschungsbereichs trägt dazu bei, diese Lücken zu schließen. Es strebt einen quantitativen Überblick über die bestehenden Organisationen ebenso an wie eine qualitative Analyse der sich verändernden Landschaft und der damit verbundenen Chancen und Herausforderungen. Ziel ist dabei auch Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung, Interessenvertretungen und Zivilgesellschaft zu entwickeln, besonders im Hinblick auf die Optimierung der Förderstrukturen für Migrantenorganisationen.

Das Vorhaben wurde gefördert vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Forschungsergebnisse erschienen in Form einer Studie im Dezember 2020.

→ Weitere Informationen zum Projekt

Publikation


Studie

Vielfältig engagiert – breit vernetzt – partiell eingebunden? Migrantenorganisationen als gestaltende Kraft in der Gesellschaft

Policy Brief

Anerkannte Partner – unbekannte Größe? Migrantenorganisationen in der deutschen Einwanderungsgesellschaft


Förderung der Leistungsmotivation im Unterricht – ein Toolkit für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung (September 2018 – Juni 2021)

Der Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I ist für Schülerinnen und Schüler eine aufregende Zeit. Für manche Jugendliche ist der Eintritt in die neue Schule allerdings auch mit Ängsten verbunden, nicht akzeptiert zu werden und zu versagen. Eine solche Erfahrung machen insbesondere Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund oder in schwieriger sozialer Lage. Das mangelnde Vertrauen in sich und in andere kann die Leistungsentwicklung erheblich mindern. Gleichzeitig bietet der Eintritt in eine neue Schule auch die Chance, dass Weichen neu gestellt und vertrauensvolle Beziehungen zwischen Lehrkraft und Schülerin bzw. Schüler aufgebaut werden.   

Lehrkräfte haben in dieser Übergangsphase deswegen wirksame Möglichkeiten, den Grundstein dafür zu legen, dass sich die neuen Schülerinnen und Schüler zugehörig fühlen und motiviert sind, sich – trotz vielleicht des ein oder anderen Rückschlags – auch langfristig im Unterricht zu engagieren.

Im Rahmen eines Forschungs-Praxis-Projekts wurden motivationsförderliche Unterrichtsstrategien entwickelt, evaluiert und in einem Toolkit gebündelt, das langfristig in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften genutzt werden kann. Ein Element ist eine ursprünglich in den Vereinigten Staaten erprobte Selbstbestätigungsintervention, die für den hiesigen Schulkontext adaptiert wurde. Ergebnisse erschienen am 24. August 2021 in Form einer Studie. Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert und lief bis 30. September 2021.

Publikation


Studie

Lernende stärken! Wie Lehrkräfte mit Weisen Interventionen wirken können


2017

Reine Symbolpolitik oder Grundlage für effektive Teilhabe? Die Integrationsgesetze der Bundesländer (Januar 2017 – Oktober 2017)

Seit 2010 haben Berlin, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und zuletzt Bayern jeweils ein Integrationsgesetz auf Landesebene verabschiedet. In weiteren Bundesländern wurden solche Rechtsakte gefordert, angekündigt oder diskutiert. Die Inhalte der einzelnen Gesetze unterscheiden sich, doch gemein ist vielen von ihnen, dass sie Institutionen und Prozesse verankern, um Integrationspolitik auf Landesebene und auf kommunaler Ebene zu formulieren und umzusetzen. Dazu gehören Regelungen über Integrationsbeauftragte und -beiräte ebenso wie Kooperations- und Koordinationsstrukturen zwischen Land und Kommunen, Mitbestimmungsmöglichkeiten für Menschen mit Migrationshintergrund sowie Richtlinien für die Verwaltung.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden die bestehenden Gesetze analysiert und verglichen und es wurde der Frage nachgegangen, ob Integrationsgesetze ein sinnvolles Instrument sind, um Integrations- und Teilhabepolitik effektiver zu steuern.

Das Projekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im Oktober 2017 in Form eines Policy Briefs veröffentlicht.

Publikationen


Policy Brief

Papiertiger oder Meilensteine? Die Integrationsgesetze der Bundesländer im Vergleich


Identifikation mit Deutschland und Diskriminierungserfahrungen von Zuwanderern (Januar 2017 – Januar 2018)

Subjektiv wahrgenommene Diskriminierung aufgrund der Herkunft ist ein bedeutender Indikator für gleichberechtigte Teilhabe in einer Einwanderungsgesellschaft. Frühere Befunde für Deutschland belegen, dass Zuwanderer aus arabischsprachigen Herkunftsregionen und der Türkei häufiger von erlebter Benachteiligung berichten als Menschen, die z. B. aus Osteuropa eingewandert sind. Für Deutschland blieb bislang ungeklärt, ob und inwiefern die je nach Herkunftsgruppe unterschiedliche Diskriminierungswahrnehmung mit einer äußeren Erscheinung zusammenhängt, die auf eine Migrationsbiografie schließen lässt. Fühlen sich Menschen, denen bspw. aufgrund ihrer Hautfarbe oder auch eines Kopftuchs ein Migrationshintergrund zugeordnet werden kann, stärker diskriminiert? Dieser Frage sollte auf Basis des SVR-Integrationsbarometers 2016 nachgegangen werden.

Das Projekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im Januar 2018 veröffentlicht.

Publikation


Policy Brief

„Wo kommen Sie eigentlich ursprünglich her?“ Diskriminierungserfahrungen und phänotypische Differenz in Deutschland


Ansprechpartner
Alex Wittlif
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Tel. +49-30 – 2888 659-31
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Die Zukunft der Flüchtlingspolitik? Resettlement in Deutschland, der EU und weltweit (August 2017 – Juni 2018)

Derzeit werden weltweit jedes Jahr weniger als ein Prozent der über 17 Millionen grenzüberschreitenden Flüchtlinge umgesiedelt, sie erhalten dadurch einen dauerhaften Schutz in einem Drittstaat. Deutschland hat 2011 ein permanentes Resettlement-Programm verabschiedet und eröffnet damit jährlich mehreren hundert Menschen einen sicheren Weg ins Land. Um eine gemeinsame europäische Politik festzulegen, hat die Europäische Kommission im Juli 2016 einen EU-Neuansiedlungsrahmen vorgeschlagen. Im Jahr 2018 übernimmt Deutschland den Ko-Vorsitz der internationalen Annual Tripartite Consultations on Resettlement. Außerdem soll die UN-Generalversammlung einen Globalen Pakt für Flüchtlinge verabschieden.

Mit Blick auf diese Entwicklungen und dem gewachsenen Engagement Deutschlands in der globalen Migrationspolitik untersuchte der SVR-Forschungsbereich die jüngsten Entwicklungen und wichtigsten Herausforderungen der aktuellen Resettlementpolitik auf deutscher, europäischer und internationaler Ebene. Auf Grundlage von Hintergrundgesprächen und Dokumentenanalysen wurden Politikoptionen und Handlungsempfehlungen entwickelt, die sich vorrangig an Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik und Verwaltung, aber auch an zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure richten.

Das Projekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im Juni 2018 veröffentlicht.

Publikation


Policy Brief

Die Zukunft der Flüchtlingspolitik? Chancen und Grenzen von Resettlement im globalen, europäischen und nationalen Rahmen


Demografische Trendwende? Rekrutierung und Verbleib internationaler Studierender an schrumpfenden Hochschulstandorten (Dezember 2017 – März 2019)

Hochschulstandorte in Deutschland sind bereits heute, aufgrund von demografisch bedingter Schrumpfung und Alterung, mit einer rückläufigen Zahl an einheimischen Studienberechtigten konfrontiert. Dieser Entwicklung steht eine wachsende Zahl internationaler Studieninteressierter gegenüber. Das Forschungsvorhaben beleuchtete das Potenzial internationaler Studierender für Hochschulstandorte, die heute bzw. in naher Zukunft von Schrumpfung und Alterung betroffen sind. Primäres Erkenntnisinteresse galt der Frage, wie deutsche Hochschulen und hochschulpolitische Akteure individuell und gemeinsam internationale Studierende an zwei wegweisenden Bildungsübergängen offline und online derzeit unterstützen bzw. dies in Zukunft tun können.

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Ergebnisse wurden im März 2019 veröffentlicht.


Studie

Dem demografischen Wandel entgegen. Wie schrumpfende Hochschulstandorte internationale Studierende gewinnen und halten


Ansprechpartner
Simon Morris-Lange
Stellv. Leiter des SVR-Forschungsbereichs
Tel. +49-30 – 2888 659-23
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2016

Ankommen und Bleiben – Bedingungen für die Wohnortwahl von Flüchtlingen (März 2016 – November 2016)

Auf kommunaler Ebene wird die gestiegene Flüchtlingszuwanderung einerseits mit kurzfristigen finanziellen Belastungen in Verbindung gebracht, andererseits aber auch mit mittel- und langfristigen Chancen. Unter integrationspolitischen Gesichtspunkten stellt sich die Frage, wie sich die Flüchtlinge auf das Bundesgebiet verteilen. Besonders aus den ländlichen Regionen im Osten Deutschlands ziehen viele Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung in große Städte wie Berlin, Düsseldorf oder Hamburg, wo bereits Gemeinschaften ihrer Landsleute leben.

Ziel des Forschungsprojekts war zum einen, Erkenntnisse über die Herausforderungen zu gewinnen, die auf kommunaler  und Kreisebene durch die Weiterwanderung von Flüchtlingen entstehen. Zum anderen sollten die Rahmenbedingungen analysiert werden, unter denen – trotz teils erheblicher struktureller Schwächen im Bereich von Arbeitsmarkt und Infrastruktur – Integrationsanstrengungen zum Erfolg führen und anerkannte Flüchtlinge in den Gemeinden heimisch werden lassen. Dazu sollten im Rahmen einer explorativen Studie verfügbare Daten ausgewertet und politische Steuerungsmöglichkeiten und -praktiken auf der Ebene der Länder und der Landkreise analysiert werden, unter Berücksichtigung der Ausgestaltung von Wohnsitzauflagen gemäß dem neuen Integrationsgesetz.

Das Projekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im November 2016 veröffentlicht.

Publikationen


Policy Brief

Ankommen und Bleiben. Wohnsitzauflagen als integrationsfördernde Maßnahme?

Infografik

Strukturdaten als Indikatoren für die Verteilung von Flüchtlingen auf Kreise und kreisfreie Städte: das Fallbeispiel Brandenburg


Rückkehrpolitik in Deutschland: Konzeption und Umsetzung der Aufenthaltsbeendigung (Februar 2016 – März 2017)

Aufgrund der in den letzten Jahren massiv gestiegenen Zahl von Flüchtlingen in Deutschland steigt auch die absolute Zahl ausreisepflichtiger Personen, die Deutschland wieder verlassen müssen. Es zeichnet sich deshalb ab, dass die Ausländerbehörden in den nächsten Jahren vermehrt mit der Organisation und dem Vollzug von Ausreisen konfrontiert sein werden – sei es durch Abschiebungen oder durch die Förderung selbstständiger Ausreisen.

Ziel des Projektes war es, die unterschiedlichen Herangehensweisen im Bereich der Aufenthaltsbeendigung exemplarisch auf Ebene dreier Länder aufzuarbeiten und deren Umsetzung durch die Ausländerbehörden zu untersuchen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Frage, welcher Stellenwert jeweils der selbstständigen Ausreise bzw. der Abschiebung zukommt und wie beide Möglichkeiten in die konkrete Politik der Aufenthaltsbeendigung einfließen sollen – etwa als Strategie von Bund und Ländern oder in der praktischen Umsetzung durch die Ausländerbehörden in den Kommunen, Landkreisen oder kreisfreien Städten. Dabei lag ein besonderer Fokus auf der sog. freiwilligen Ausreise, die gemeinhin als ‚humanere‘ und kostengünstigere Variante der Rückkehr gilt. Die Studie soll damit auch zur Versachlichung der öffentlichen Debatte beitragen.

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Studie wurde Ende März 2017 veröffentlicht.

Publikationen


Studie

Rückkehrpolitik in Deutschland. Wege zur Stärkung der geförderten Ausreise


Von der Aufnahme zu gesellschaftlicher Teilhabe: Die Perspektive der Flüchtlinge auf ihre Lebenslagen in Deutschland (Februar 2016 – Dezember 2017)

Die steigende Zahl von Flüchtlingen in Deutschland stellt Politik, Behörden und Zivilgesellschaft derzeit vor die Herausforderung einer angemessenen Aufnahme, Versorgung und gesellschaftlichen Integration. In den Debatten fehlt dabei jedoch meist eine Perspektive – die der Flüchtlinge selbst. Belastbares Wissen über deren Lebenslage ist aber dringend notwendig, um das Asyl- und Aufnahmesystem passgenau auf die Bedarfe zuzuschneiden, aber auch die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe neu zu gestalten und die öffentliche Debatte zu versachlichen.

Ziel des Forschungsprojektes war daher eine wissenschaftlich fundierte Beschreibung der aktuellen Lebenslage von Flüchtlingen in Deutschland aus der Perspektive der Betroffenen selbst. Mittels qualitativer Interviews in mehreren Bundesländern sollten Erkenntnisse darüber gesammelt werden, welche Bedarfe und Erwartungen die Betroffenen haben, welche Ressourcen sie mitbringen und wie sie ihre aktuelle Lebenslage sowie ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden wahrnehmen. Der Fokus der Studie lag bei Personen mit unsicherem Aufenthaltsstatus in einem frühen Stadium ihres Aufenthalts in Deutschland. Aus den Erkenntnissen sollten Handlungsempfehlungen für eine Verbesserung der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen entwickelt werden, die für politische Entscheidungsträger in Bund, Ländern und Kommunen sowie für staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure der praktischen Flüchtlingsarbeit relevant sind.

Es handelt sich um eine Studie des Forschungsbereichs beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration und der Robert Bosch Stiftung. Die Ergebnisse wurden im November 2017 veröffentlicht. Erste Ergebnisse aus den Gesprächen mit Asylsuchenden wurden in einer Kurzinformation bereits im Januar 2017 publiziert.

Publikationen


Studie

Wie gelingt Integration? Asylsuchende über ihre Lebenslagen und Teilhabeperspektiven in Deutschland

Infografiken

Lebenslagen von Flüchtlingen: Themen, die die Befragten im offenen Interviewteil von sich aus ansprachen
Lebenslagen von Flüchtlingen: Mit Bezug zum aktuellen Wohnort angesprochene Themen


Kurzinformation

Was wirklich wichtig ist: Einblicke in die Lebenssituation von Flüchtlingen

Infografik

Lebenslagen von Flüchtlingen: Themen, die Flüchtlinge von sich aus ansprechen


Allein durch den Hochschuldschungel? Herausforderungen und Problemlagen bei Studierenden mit Migrationshintergrund (November 2016 – Juni 2017)

Mehr als jeder vierte Studierende an deutschen Hochschulen ist Zuwanderer. Neben Studierenden mit ausländischer Staatsbürgerschaft zählen hierzu vor allem deutsche Staatsangehörige mit eigener Migrationserfahrung bzw. mit im Ausland geborenen Eltern. Trotz politischer Forderungen nach erhöhter Bildungsbeteiligung und begleitender Studierendenforschung gibt es bislang nur wenig differenziertes Wissen über diese stetig wachsende Gruppe.

Aufbauend auf seinen bisherigen Beiträgen zu den Themen Chancengerechtigkeit im Bildungssystem und Internationalisierung der Hochschulen untersuchte der SVR-Forschungsbereich die Studiensituation junger Menschen mit Migrationshintergrund. Anhand der Analyse entwickelte das Forschungsprojekt gesellschafts- und bildungspolitische Handlungsempfehlungen für bessere Bildungschancen.

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Ergebnisse wurden im Mai 2017 veröffentlicht.

Publikationen


Studie

Allein durch den Hochschuldschungel. Hürden zum Studienerfolg für internationale Studierende und Studierende mit Migrationshintergrund

Infografiken

Zusammensetzung der Studierendenschaft an deutschen Hochschulen 2015
Studienprobleme von Studierenden mit Migrationshintergrund und internationalen Studierenden
Analysepotenzial ausgewählter Datensätze für die Erforschung des Studienerfolgs


Beschulungspraxis von Flüchtlingen im deutschen Bildungssystem (September 2016 – März 2018)

Für einen Teil der nach Deutschland geflüchteten Kinder und Jugendlichen erfolgt der Schulzugang nicht nur zu spät, vieles deutet darauf hin, dass auch die Beschulungspraxis den Lernfortschritt der Geflüchteten beeinträchtigt. Allerdings fehlt bislang ein systematischer Blick in die Schulpraxis, die je nach Bundesland und Schule von gemeinsamem zu teilintegriertem bis hin zu getrenntem Unterricht reicht.

Um mehr über die Lernsituation von Flüchtlingen im deutschen Bildungssystem zu erfahren, untersuchte der SVR-Forschungsbereich die Beschulungspraxis in ausgewählten weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Das Erkenntnisinteresse des explorativen Forschungsprojekts galt u. a. den eingesetzten Beschulungsmodellen, der innerschulischen Segregation und den Lehrerfahrungen in Willkommensklassen.

Das Projekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im März 2018 veröffentlicht.

Publikation


Studie

Schule als Sackgasse? Jugendliche Flüchtlinge an segregierten Schulen


2015

Schnelle Schutzgewährung? Die humanitären Aufnahmeprogramme in der Syrienkrise (Februar 2015 – Oktober 2015)

Die Syrienkrise hat seit 2011 zu Flüchtlingsbewegungen in historischem Ausmaß geführt. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen handelt es sich mittlerweile um die größte humanitäre Katastrophe seit Ende des zweiten Weltkriegs. Inzwischen sind rund 4 Millionen Personen in die Nachbarstaaten geflüchtet. Vergleichsweise wenige Flüchtlinge haben dagegen bislang in Europa Aufnahme gefunden. Deutschland hat als einer von wenigen EU-Staaten in substanziellem Umfang syrische Flüchtlinge auch außerhalb des regulären Asylverfahrens aufgenommen. Inzwischen gibt es drei Bundesprogramme mit insgesamt 20.000 Plätzen. Zudem haben 15 Bundesländer Aufnahmeerlasse herausgegeben. Ein großer Vorteil dieser Programme besteht darin, dass sie den ausgewählten Flüchtlingen die legale und sichere Einreise nach Deutschland ermöglichen und diese teilweise bei Familienangehörigen aufgenommen werden können. Einem Asylantrag geht hingegen meist eine illegale Einreise sowie damit verbunden eine oftmals lebensgefährliche Überquerung des Mittelmeers voraus. Die Aufnahmeprogramme unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Zugangsvoraussetzungen für Schutzsuchende in Syrien bzw. für deren Angehörige in Deutschland. Auch die Rechtsansprüche und Verpflichtungen für die Betroffenen unterscheiden sich z. T. erheblich.

Ziel des Forschungsprojekts ist, die verschiedenen Programme vergleichend zu analysieren. Der Policy Brief soll einen Beitrag zur Optimierung zukünftiger Aufnahmeverfahren zum temporären Schutz im Falle größerer Flüchtlingskrisen leisten. Die methodische Herangehensweise besteht in der Analyse von Dokumenten, statistischen Daten und Experteninterviews mit prozessbeteiligten Akteuren.

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im dritten Quartal 2015 veröffentlicht.

Publikationen


Policy Brief

Sicherer Zugang. Die humanitären Aufnahmeprogramme für syrische Flüchtlinge in Deutschland

Infografik

Ablauf des Aufnahmeverfahrens am Beispiel des dritten Bundesprogramms


Pflege und Pflegeerwartungen in der Einwanderungsgesellschaft (Juli 2015 – Dezember 2015)

Im Zuge des demografischen Wandels steigt die Zahl der Pflegebedürftigen mit Migrationshintergrund, die auf kultursensible Gesundheits- und Pflegeangebote angewiesen sind. Für die ambulante Pflege zeigen die bisherigen Erkenntnisse, dass Zuwanderer mit Pflegebedarf bestehende Leistungen seltener in Anspruch nehmen als Personen ohne Migrationshintergrund. Und auch in der stationären Pflege wird bislang ein nur sehr geringer Anteil der pflegebedürftigen Zuwanderer versorgt. Zu erwarten ist, dass zukünftig in beiden Bereichen, d. h. stationär wie ambulant, mehr Zuwanderer betreut werden, worauf der Pflegebereich kapazitiv und konzeptionell nur unzureichend vorbereitet ist. Auch zu den konkreten Pflegeerwartungen der Zuwanderer liegen bislang erst sehr wenige, meist qualitative Untersuchungen vor. Somit fehlen Erkenntnisse zu Bedürfnislagen, auf deren Basis eine Konzeption kultursensibler Pflege erstellt werden könnte.

Um zumindest über einige Aspekte genauer Aufschluss zu gewinnen, untersuchte das SVR-Integrationsbarometer die Pflegepräferenzen von Menschen (mit und ohne Migrationshintergrund) in Deutschland. Diese Datenbasis erlaubte auch, zwischen einzelnen Herkunftsgruppen zu differenzieren, etwa in Bezug auf ihre Wünsche an eine Pflegekraft.

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im November 2015 veröffentlicht.
 
Publikationen


Policy Brief

In Vielfalt altern. Pflege und Pflegepräferenzen im Einwanderungsland Deutschland

Expertise

Pflege und Pflegeerwartungen in der Einwanderungsgesellschaft


Ansprechpartner
Alex Wittlif
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Tel. +49-30 – 2888 659-31
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Bedarfsorientierte Schulfinanzierung (Juni 2015 – Juni 2016)

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund lernen häufiger an Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter und leistungsschwacher Schüler. Die leistungshemmenden Kompositionsfaktoren dieser Schulen werden bislang jedoch nicht – oder nur unzureichend – in der Schulfinanzierung berücksichtigt.

Ziel dieses Forschungsprojekts ist die systematische Gegenüberstellung datenbasierter und nicht-datenbasierter Finanzierungsmechanismen in den 16 Bundesländern. Der innerdeutsche Vergleich wird um eine Bestandsaufnahme der Instrumente für bedarfsorientierte Schulfinanzierung in Frankreich, Kanada und den USA ergänzt.

Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit dem Migration Policy Institute (MPI) in Washington (USA) durchgeführt. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Mercator. Die Ergebnisse wurden im ersten und zweiten Quartal 2016 veröffentlicht.

Publikationen


Policy Brief

Ungleiches ungleich behandeln! Wege zu einer bedarfsorientierten Schulfinanzierung

Studie

Die Rolle von Schulfinanzierung für die Bildungschancen von Schülern mit Migrationshintergrund: Ein transatlantischer Vergleich


Ansprechpartner
Simon Morris-Lange
Stellv. Leiter SVR-Forschungsbereich
Tel. +49-30-288 86 59-23
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Mitläufer, Vorreiter, Bremser? Die Rolle Deutschlands in der Global Migration Governance (Dezember 2015 – März 2016)

Internationale Migration betrifft nie nur einen einzelnen Staat. Besonders die internationale Wanderung von Arbeitskräften hat vielfältige Auswirkungen für Herkunfts- und Zielstaaten. Das internationale Regelwerk zur Steuerung von Migration gleicht jedoch – im Gegensatz zu anderen globalen Themen wie Handel oder Klimawandel und mit Ausnahme des internationalen Flüchtlingsregimes – bestenfalls einem Flickenteppich. Das Zögern von Staaten, formelle multilaterale Abkommen zu Migration zu schließen, zeigt sich z.B. in der sehr geringen Ratifizierungsrate der UN-Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer von 1990: kein Zielland in Westeuropa oder Nordamerika hat dieses Abkommen bislang ratifiziert. Indes entwickelt sich die Debatte um internationale Migration und Ansätze zu deren Regelung besonders im Kontext „Migration und Entwicklung“ seit der Jahrtausendwende rasant.

Als Meilensteine gelten die von der UN eingesetzte Weltkommission für Internationale Migration (2003-2005), die Hochrangigen Dialoge im Rahmen der UN über Migration und Entwicklung (2006/2013), das seit 2007 jährlich tagende Globale Forum zu Migration und Entwicklung (GFMD), die interinstitutionelle Globale Migrationsgruppe (GMG) sowie diverse Initiativen relevanter internationaler Organisationen. Deutschland engagiert sich zunehmend in der Globalen Migrationspolitik; deutlich wird dies u.a. in der Übernahme des Ko-Vorsitzes des GFMD 2017/18 gemeinsam mit Marokko.

Das Forschungsprojekt hatte daher zum Ziel, die sich rasch entwickelnde globale Governance von Migration und die deutsche Rolle in diesem Prozess abzubilden. Eine Analyse der Akteure, Foren und Interessen sollte zu mehr Transparenz verhelfen und in politische Handlungsempfehlungen münden.

Das von der Bertelsmann Stiftung und dem SVR-Forschungsbereich initiierte Forschungsprojekt wurde von der Bertelsmann Stiftung gefördert. Die Bertelsmann Stiftung beschäftigt sich anlässlich der Verleihung des Reinhard Mohn Preises 2015 an Prof. Rita Süssmuth verstärkt mit Fragen fairer Migrationsgestaltung weltweit. Die Ergebnisse wurden im Frühjahr 2016 veröffentlicht.

Publikationen


Policy Brief

Global Migration Governance: Deutschland als Mitgestalter internationaler Migrationspolitik

Infografiken

Der Flickenteppich der Global Migration Governance: zentrale Akteure und Foren
Globale Migrationspolitik: ausgewählte Ereignisse seit 1974


Lehrerbildung in der Einwanderungsgesellschaft (Juni 2015 – September 2016)

Inzwischen hat etwa jedes dritte Kind in Deutschland einen Migrationshintergrund, in Großstädten sind es sogar fast die Hälfte. Diese Heterogenität stellt viele Lehrerkräfte vor neue Herausforderungen inner- und außerhalb des Unterrichts und in der Zusammenarbeit mit Eltern. Nicht wenige Lehrkräfte erleben dies als Überforderung, da sie für den Umgang mit Vielfalt nicht ausreichend qualifiziert wurden.

Ziel des Projekts war es daher, zu untersuchen, inwiefern angehende und im Dienst stehende Lehrkräfte auf den Unterrichtsalltag in sprachlich und kulturell vielfältigen Schulklassen aus- und fortgebildet werden. Hierzu wurden neben den gesetzlichen Vorgaben für Lehreraus- und -fortbildung auch die Angebote der lehrerausbildenden Hochschulen, Studienseminare sowie der Landesinstitute für Lehrerbildung analysiert.

Das Forschungsprojekt wurde gemeinsam durchgeführt mit dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (Universität zu Köln). Das Projekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im September 2016 veröffentlicht.

Publikationen


Policy Brief

Lehrerbildung in der Einwanderungsgesellschaft. Qualifizierug für den Normalfall Vielfalt

Infografik

Sprachbildung als verpflichtender Teil der Lehrerausbildung in den Bundesländern


Lehrerhandeln und Schülerleistung – Wie Lehrer ihre Schüler motivieren können (November 2015 – Oktober 2017)

Nach wie vor haben Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gegenüber Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund weitaus geringere Bildungschancen. Die zentrale Bedeutung der Erwartungen und des Handelns von Lehrkräften und der Lehrer-Schüler-Interaktion für den Bildungserfolg ist zwar evident, offen sind aber zentrale Fragen: Zum einen mangelt es an empirisch abgesicherten Erkenntnissen über den Einfluss von Lehrererwartungen und -einstellungen bzw. von Lehrerhandeln auf die Selbstwahrnehmung und das Leistungsniveau von Schülern. Zum anderen ist – als unmittelbare Folge der bestehenden Forschungslücke – weitgehend ungeklärt, welche didaktischen und schul- bzw. bildungspolitischen Maßnahmen einen wirksamen Ansatz bieten, um negative Einflüsse zu vermeiden bzw. die Rahmenbedingungen für schulischen Erfolg zu verbessern.

In Kooperation mit dem Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt Universität analysiert der SVR-Forschungsbereich die Lehrer-Schüler-Interaktion und ihre Effekte auf den Bildungs(miss)erfolg. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts entwickelt eine Teilstudie selbstwertfördernde Strategien für Schüler, die Lehrkräfte anwenden können, um einer negativen Stereotypisierung vorzubeugen. Diese Strategien zur Stärkung der Selbstbestätigung werden in einer großangelegten experimentellen Studie an Schulen auf ihre Wirksamkeit für die Selbstwahrnehmung von Schülern und ihre Schülerleistung untersucht. 

Das Forschungsprojekt wird von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im Juli 2017 veröffentlicht.

Publikationen


Studie

Vielfalt im Klassenzimmer. Wie Lehrkräfte gute Leistung fördern können

Infografiken

Zustimmung zu religionspolitischen Aussagen 
Zustimmung zu Aussagen über Muslime
Theoretische Annahmen zur Entstehung von Erwartungseffekten
Unterschiede in den Lehrererwartungen dazu, wie Kinder mathematische und lesebezogene Aufgaben lösen können
Wirkmechanismus der Selbstbestätigungsintervention 
Schematische Darstellung des Interventionsdesigns
Ergebnisse der Interventions- und der Kontrollgruppe


Study and Work – Wie internationale Studierende den Berufseinstieg erleben (April 2015 – Dezember 2017)

Wie erleben internationale Studierende den Berufseinstieg in Deutschland? Wie unterscheidet sich der tatsächliche Übergang nach dem Studienabschluss von ihren ursprünglichen Erwartungen? Und welche Bedeutung hat die Phase nach Studienabschluss für ihren weiteren Verbleib in Deutschland – bzw. ihre Rückkehr oder Weiterwanderung in ein anderes Land?

Diese und weitere zuwanderungs- sowie hochschulpolitischen Fragen wollte der Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) im Rahmen der Initiative "Study & Work" erstmalig mit einer Längsschnittstudie untersuchen. Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens stand die Befragung von internationalen Studierenden bzw. Absolventen deutscher Hochschulen zu zwei Messzeitpunkten: (1) am Ende ihres Studiums und (2) etwa 18 Monate nach Studienabschluss. Dies ermöglichte zum einen, die tatsächlich erlebten Berufseinstiegserfahrungen mit den ex ante geäußerten Erwartungen in der Schlussphase des Studiums zu vergleichen. Zum anderen konnten so erstmalig die Erfahrungen, Beweggründe und Wanderungsbewegungen derjenigen internationalen Studierenden beleuchtet werden, die nach dem Abschluss in ihr Herkunftsland oder einen Drittstaat abgewandert sind.

Das Projekt wurde gefördert vom Stifterverband und von der Stiftung Mercator. Ergebnisse der ersten Befragungswelle wurden im Februar 2016 in einem Policy Brief veröffentlicht. Die abschließende Studie wurde im Dezember 2017 veröffentlicht. 

Publikationen


Studie

Vom Hörsaal in den Betrieb? Internationale Studierende beim Berufseinstieg in Deutschland

Infografiken

Studiendesign und Stichprobe
Übergang in den Arbeitsmarkt: Erklärungsfaktoren


Policy Brief

Engagiert gewinnt. Bessere Berufschancen für internationale Studierende durch Praxiserfahrungen 

Infografik

Erfolgreicher Berufseinstieg in Deutschland bei internationalen Studierenden durch Praktika und freiwilliges Engagement


2013

Potenzial für Bundestagswahlen: Politische Partizipation von Drittstaatsangehörigen (Februar 2013 – August 2013)

Die in Deutschland lebenden Zuwanderer aus Drittstaaten bergen ein großes Wählerpotenzial für Bundestagswahlen, das noch nicht ausreichend ausgeschöpft wird – unter anderem, weil das Wahlrecht hierfür an eine Einbürgerung gebunden ist. Wie steht es um den Wunsch nach politischer Partizipation bei Drittstaatsangehörigen und wo besteht Handlungsbedarf, um ihre politische Beteiligung zu erhöhen?

Ziel dieses Forschungsprojektswar es, die Bereitschaft von Drittstaatsangehörigen, sich einbürgern zu lassen, sowie ihren Wunsch nach parlamentarischer Repräsentation zu ermitteln. Als Grundlage für die Analyse dienten die Daten des Immigrant Citizens Survey. Auf dieser Basis wurden Empfehlungen entwickelt, die die politische Beteiligung von Drittstaatsangehörigen erhöhen können. So könnte verstärkt für Einbürgerung geworben werben und der Wert der Staatsbürgerschaft und des Wahlrechts deutlicher herausgestellt werden.

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im August 2013 veröffentlicht.

Publikationen


Policy Brief

Potenzial für Bundestagswahlen: Politische Partizipation von Drittstaatsangehörigen


Europäische Flüchtlingspolitik: Wege zu einer fairen Lastenteilung (April 2013 – November 2013)

Die Zahl der Asylbewerber in der EU wächst. Einige EU-Mitgliedstaaten sind wesentlich stärker Ziel von Fluchtmigration als andere, es fehlt an einer einheitlichen Praxis und Standards für Verfahren, Unterbringung und Versorgung. Zudem ist die EU noch weit entfernt von einem in allen Mitgliedstaaten einheitlichen Schutzniveau. Auf Basis einer Analyse dieser Gegebenheiten argumentiert der Policy Brief, dass in der EU ein Mechanismus fehlt, der eine gerechtere Verteilung von Asylbewerbern auf die Mitgliedstaaten ermöglicht.

Ziel dieses vom SVR-Forschungsbereich und der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)gemeinsam durchgeführten Projekts war die gemeinsame Entwicklung eines Mehrfaktorenmodells zur fairen Lastenteilung, das Wirtschaftskraft, Einwohnerzahl, Größe und Arbeitslosenquote der EU-Mitgliedstaaten berücksichtigt und ermöglicht, für jedes Land eine faire Aufnahmequote für Flüchtlinge zu berechnen.

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator und der SWP gefördert. Die Ergebnisse wurden im November 2013 veröffentlicht.

Publikationen


Policy Brief (Deutsch)

Europäische Flüchtlingspolitik: Wege zu einer fairen Lastenteilung

Policy Brief (Englisch)

European Refugee Policy: Pathways to Fairer Burden-Sharing

Kurzinformation

Krise der europäischen Asylpolitik: Kollektive Aufnahmeverfahren mit fairen Quoten einrichten


Diskriminierung am Ausbildungsmarkt (November 2012 – April 2014)

Diskriminierung am Arbeitsmarkt ist besonders folgenschwer, da sich Erfolg oder Misserfolg im Arbeitsleben auch auf die Partizipationschancen in anderen Bereichen auswirkt. Ziel des Projekts war, Auftreten und Ausmaß von Diskriminierung bei der Bewerbung um Ausbildungsplätze zu erheben und mögliche Ursachen und Mechanismen für Benachteiligung zu identifizieren. Dies hat der SVR-Forschungsbereich erstmals und unter Anwendung eines Korrespondenztestverfahrens analysiert. Von den Ergebnissen können Akteure in der Praxis wie Ausbildungsbetriebe, Bewerber um Ausbildungsplätze, Industrie-, Handels- und Handwerkskammern, Akteure des Übergangsmanagements sowie politische Entscheidungsträger profitieren.

Das Forschungsprojekt wurde von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Die Ergebnisse wurden im März 2014 veröffentlicht.

Publikationen


Studie

Diskriminierung am Ausbildungsmarkt: Ausmaß, Ursachen und Handlungsperspektiven

Infografik

Zahl der Bewerbungen für ein Vorstellungsgespräch

Video

Entscheidungsfaktoren bei der Bewerberauswahl

Expertise

Rechtliche Aspekte von Testing-Verfahren


Motive von Auswanderern aus Deutschland (Mai 2013 – April 2015)

Angesichts des demografischen Wandels und des zu erwartenden Fachkräftemangels besteht von Seiten der Politik ein großes Interesse an verlässlichen Informationen über Ausmaß, Ursachen und Folgen von Aus- und Rückwanderung. Ziel des Forschungsprojekts ist es, präzise Erkenntnisse zu den ausschlaggebenden Motiven von Aus- und Rückwanderern zu gewinnen. Kernstück des Projekts ist daher eine schriftliche Befragung zu den Beweggründen, aus Deutschland auszuwandern bzw. nach Deutschland zurückzukehren.

Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Sozialstrukturanalyse der Universität Duisburg-Essen (UDE) und dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) durchgeführt. Mit Unterstützung ausgewählter Meldeämter wurden Abwanderer und Rückkehrer ermittelt und eingeladen, an einer Befragung (Online-Fragebogen) teilzunehmen. Die Befragung wird vom Sozialwissenschaftlichen Umfragezentrum (SUZ) in Duisburg realisiert und hat Ende März 2014 begonnen.

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator und den genannten Kooperationspartnern gefördert. Die Ergebnisse wurden im März 2015 veröffentlicht.

Publikationen


Studie

International Mobil. Motive, Rahmenbedingungen und Folgen der Aus- und Rückwanderung deutscher Staatsbürger

Methodenbericht

Daten- und Methodenbericht des BiB

Grafiken

Hauptmotive für die Auswanderung
Hauptmotive für die Rückwanderung
Auswirkungen der Aus- und Rückwanderung


Zugangstor Hochschule. Wie Hochschulen systematischer zur Anwerbung internationaler Fachkräfte beitragen können (September 2013 – Juli 2015)

Erste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass gesetzliche Änderungen allein nicht zum gewünschten Verbleib internationaler Hochschulabsolventen führen. Vielmehr müssen Hochschulen, Unternehmen und andere lokale und regionale Akteure gemeinsam die Rahmenbedingungen verbessern und Übergänge in den Arbeitsmarkt gestalten.

Ziel des Forschungsprojekts ist, zu untersuchen, inwiefern dies bereits geschieht und wie gut das deutsche Übergangsmanagement im internationalen Vergleich aufgestellt ist. Im Zentrum der Studie steht eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Unterstützungsstrukturen für den Berufseinstieg internationaler Studierender. Diese wird mithilfe einer internationalen Umfrage an allen staatlichen Universitäten und Fachhochschulen in vier Vergleichsländern (Deutschland, Kanada, Niederlande, Schweden) umgesetzt.

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert. Die Ergebnisse wurden im zweiten Quartal 2015 veröffentlicht.

Projektpartner waren der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), das Career Service Netzwerk Deutschland (csnd), das Canadian Bureau for International Education (CBIE), die Netherlands Organisation for International Cooperation in Higher Education (EP-Nuffic) und der Swedish Council for Higher Education (UHR).

Publikationen


Studie (Deutsch)

Zugangstor Hochschule: Internationale Studierende als Fachkräfte von morgen gewinnen

Studie (Englisch)

Train and Retain. Career Support for International Students in Canada, Germany, the Netherlands and Sweden

Methodenbericht

Zugangstor Hochschule: Internationale Studierende als Fachkräfte von morgen gewinnen

Infografiken

Arbeitssuchende internationale Hochschulabsolventen
Internationale Studierende in DE, CDN, NL und SWE


Ansprechpartner
Simon Morris-Lange
Stellv. Leiter SVR-Forschungsbereich
Tel. +49-30-288 86 59-23
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2012

Muslime in der Mehrheitsgesellschaft: Medienbild und Alltagserfahrungen in Deutschland (Oktober 2012 – März 2013)

Obwohl die in Deutschland geborene zweite Generationmuslimischer Zuwanderer erheblich besser integriertist als die erste Generation, verengen sich politischeund mediale Debatten zunehmend auf die ‚gescheiterte Integration der Muslime‘. Ziel dieses Forschungsprojekts war es, Einschätzungen der Bevölkerung zur medialen Darstellung von Muslimenauf Grundlage einer Auswertung des SVR-Integrationsbarometers 2012 zu analysieren.Aufbauend auf den Befunden wurden zudem Handlungsansätze entwickelt, die die Ausgewogenheit der medialen Berichterstattung befördern können.

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im März 2013 veröffentlicht.

Publikationen


Policy Brief

Muslime in der Mehrheitsgesellschaft: Medienbild und Alltagserfahrungen in Deutschland

Infografik

Schätzwerte für die Zahl der Muslime in Deutschland


Segregation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem (Juni 2012 – September 2013)

Die Segregation im deutschen Bildungssystem verschlechtert die Bildungschancen von jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Das Forschungsprojekt wirft einen kritischen Blick auf das Ausmaß, die Ursachen und die Effekte der Bildungssegregation von in Deutschland lebenden Schülern mit Migrationshintergrund.

Bei Schülern mit Migrationshintergrund, die Schulen mit einem hohen Anteil von Kindern aus Zuwandererfamilien besuchen, sind häufig Leistungsrückstände festzustellen. Die Studie untersucht die bisher bedeutendsten Interventionsmaßnahmen deutscher Akteure sowie international bewährte Praktiken zur Herstellung von Chancengleichheit an segregierten Schulen. Es entwickelt konkrete Handlungsempfehlungen zur Verminderung von Leistungsrückständen an segregierten Schulen.

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse des Projekts wurden im Juli 2013 veröffentlicht.

Publikationen


Studie

Segregation an deutschen Schulen. Ausmaß, Folgen und Handlungsempfehlungen für bessere Bildungschancen

Policy Brief

Segregation an Grundschulen: Der Einfluss der elterlichen Schulwahl

Infografik

Handlungsempfehlungen für segregierte Schulen



Ansprechpartner
Simon Morris-Lange
Stellv. Leiter SVR-Forschungsbereich
Tel. +49-30-288 86 59-23
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Elternarbeit im schulischen Bereich (März 2012 – Dezember 2014)

Die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit von Schulen und Eltern ist inzwischen anerkannt. Jedoch fehlt es noch an einem einheitlichen Verständnis darüber, was gute Elternarbeit auszeichnet.

Ziel des Projekts war die Entwicklung eines Kriterienkatalogs guter Elternarbeit im schulischen Bereich, der für die praktische Umsetzung gedacht ist. Schulen, die sich bisher diesem Thema noch nicht gewidmet haben, könnten sich an solchen Standards orientieren, um kooperative Elternarbeit an ihrer Schule aufzubauen und in bestehende Strukturen sinnvoll einzubauen.

Das Projekt wurde von der Vodafone Stiftung Deutschland gefördert und lief bis Dezember 2014.

Publikationen


Studie

Eltern als Bildungspartner: Wie Beteiligung an Grundschulen gelingen kann

Policy Brief

Migrantenorganisationen in der kooperativen Elternarbeit: Potenziale, Strukturbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten

Kurzinformation

Baustelle Elternarbeit. Eine Bestandsaufnahme der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus


Elternarbeit im frühkindlichen Bereich (März 2012 – Juni 2014)

Bildungserfolg und gesellschaftliche Partizipation haben ihre Wurzeln bereits in der frühen Kindheit. Eltern legen als wichtigste Bezugspersonen das Fundament für die Bildungskarriere ihres Kindes, was gerade zugewanderte Eltern vor besondere Herausforderungen stellen kann. Kindertageseinrichtungen können Eltern bei ihren Erziehungsaufgaben wichtige Unterstützung geben.

Ziel des Projekts ist es, Rollen und Möglichkeiten von Kindertageseinrichtungen als Orte der Elternbildung aufzuzeigen. Das Projekt thematisiert den allgemeinen Zugang von Familien mit Migrationshintergrund zur institutionellen Kindertagesbetreuung, die Verankerung von Elternbildung in Kindertageseinrichtungen und die hierfür notwendigen Voraussetzungen sowie die Partizipation zugewanderter Familien an den Angeboten.

Das Projekt wurde von der Vodafone Stiftung Deutschland gefördert und lief bis Dezember 2014.

Publikationen


Studie

Eltern als Bildungspartner: Wie Beteiligung an Grundschulen gelingen kann

Studie

Kitas als Brückenbauer: Interkulturelle Elternbildung in der Einwanderungsgesellschaft

Policy Brief

Hürdenlauf zur Kita: Warum Eltern mit Migrationshintergrund ihr Kind seltener in die frühkindliche Tagesbetreuung schicken

Infografiken

Interkulturelle Öffnung der Elternbildung an Kitas
Hürden zum Krippenbesuch


2011

Value Migration – Bleibeabsichten internationaler Studierender (November 2011 – Oktober 2012)

Obwohl internationale Studierende zunehmend als potenzielle Fachkräfte gelten, ist bislang wenig bekannt über ihre Bleibeabsichten. Ziel des Forschungsprojekts war es, die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Bleibeabsichten internationaler Studierender erstmalig international vergleichend zu untersuchen. Kernstück des Vorhabens war eine Online-Befragung unter mehr als 6.000 internationalenStudierenden in fünf ausgewählten EU-Staaten (Deutschland, Schweden, Niederlande, Frankreich, Großbritannien). Das Projekt wurde vom SVR-Forschungsbereich in Zusammenarbeit mit der Migration Policy Group (MPG) durchgeführt. Für jedes der untersuchten Länder wurden zudem akademische und öffentliche Partner einbezogen (für Deutschland z. B. der DAAD).

Das Forschungsprojekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer internationalen Fachtagung im April 2012 vorgestellt und veröffentlicht.

Publikationen


Studie

Mobile Talente? Ein Vergleich der Bleibeabsichten internationaler Studierender in fünf Staaten der Europäischen Union

Studie

Vom internationalen Studierenden zum hochqualifizierten Zuwanderer. Ein Vergleich der rechtlichen Rahmenbedingungen in fünf Staaten der Europäischen Union


Immigrant Citizens Survey (Januar 2011 – Juli 2012)

Im Rahmen des Projekts „Immigrant Citizens Survey“ wurden Zuwanderer aus Staaten außerhalb der EU nach ihren Erfahrungen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Spracherwerb, politische Partizipation, Aufenthaltsrecht, Einbürgerung und Familienzusammenführung befragt, um ein genaueres Verständnis von Integrationsprozessen zu erlangen. Auf dieser Grundlage wurden auch Anregungen entwickelt, wie Integrationsziele besser zu erreichen sind.

Die Untersuchung wurde in Deutschland und weiteren sechs europäischen Ländern durchgeführt: in Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und Ungarn. Für Deutschland wurden insgesamt 1.200 Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten persönlich befragt.

Die Studie wurde von der Europäischen Kommission, der King Baudouin Foundation (Belgien) und der FundaçãoCalousteGulbenkian (Portugal) finanziert. Koordiniert wurde das Projekt von der Migration Policy Group (MPG) mit Sitz in Brüssel. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer internationalen Fachtagung im Juni 2012 vorgestellt und veröffentlicht.

Publikationen


Studie

Deutsche Integrationsmaßnahmen aus der Sicht von Nicht-EU-Bürgern. Die Ergebnisse des Immigrant Citizens Survey für Deutschland

Studie

Immigrant Citizens Survey. Wie Zuwanderer Integration erleben. Eine Erhebung in 15 europäischen Städten