Stereotype Bedrohung
Mit diesem aus der Sozialpsychologie stammenden Begriff (engl. Stereotype Threat) wird die Angst von Menschen bezeichnet, ein negatives Stereotyp über ihre soziale Gruppe (und damit über sich selbst) zu bestätigen. So erleben manche Schülerinnen und Schüler mit → Migrationshintergrund, dass ihnen aufgrund äußerer Merkmale (z. B. ihres Namens, ihrer Hautfarbe, ihres sprachlichen Akzents) gute Schulleistungen nicht zugetraut werden. Eine solche Bewertungsangst führt dazu, dass Menschen ihr vorhandenes kognitives Potenzial nicht ausschöpfen können. In Leistungssituationen – wie z. B. Klassenarbeiten – erleben jene Personen verstärkte psychologische und körperliche Stressreaktionen, bspw. Angst, den Wunsch sich zu beweisen, Herzklopfen, feuchte Hände. Durch den veränderten Aufmerksamkeitsfokus hat das Arbeitsgedächtnis geringere Kapazitäten, um sich auf die Erfordernisse der Leistungssituation zu konzentrieren. Dies führt dazu, dass von stereotyper Bedrohung betroffene Personen häufig tatsächlich schlechtere Leistungen erbringen als sie eigentlich zeigen könnten.
