Umweltmigration
Unter der begrifflichen Klammer Umweltmigration und verwandten Wendungen (z. B. Umweltvertreibung oder Umweltflucht) wird in Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft ein breites Spektrum unterschiedlicher Wanderungsformen und -muster diskutiert, von denen man annimmt, dass Umweltveränderungen (menschlichen oder anderen Ursprungs) dafür eine maßgebliche Rolle spielen. Das Spektrum potenzieller Gegenstandsbereiche ist somit je nach Auslegung extrem breit: Es reicht potenziell von geplanten Umsiedlungen im Rahmen von Staudamm-Großprojekten oder kriegsbedingten Umweltschäden über plötzliche Flucht vor geophysikalischen Katastrophen (wie Erdbeben oder Vulkanausbrüchen) oder aber auch Chemieunfällen bis hin zu dem ebenfalls in sich vielfältigen Gegenstandsbereich → klimawandelbedingter Migration. Ähnlich wie bei den Zusammenhängen zwischen menschengemachtem Klimawandel und Migration gilt auch beim Blick auf das noch weitere Feld der Umweltmigration, dass sich umweltseitige und gesellschaftliche Einflussgrößen hinter entsprechenden Migrationsbewegungen nicht trennen lassen, sondern grundsätzlich eng verwoben sind.
