Birgit Glorius auf Podium: „München und der Sommer der Migration“
München, 6. September 2025
Vor zehn Jahren erlebte München einen historischen Sommer. Tausende Menschen kamen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Verfolgung nach Deutschland – viele von ihnen erreichten als erstes München. Die Stadt spielte eine zentrale Rolle bei der Ankunft und Erstversorgung und wurde zu einem Symbol der gelebten Solidarität. Die Veranstaltung am 6. September 2025 in München aus der Reihe „München global engagiert“ blickt zurück und schaut zugleich nach vorn. Wie haben die Menschen diese Zeit erlebt? Was hat sich seitdem für sie verändert, wie gestalten sie heute ihr Leben in der Stadtgesellschaft? Und wie hat sich der gesellschaftliche Diskurs über Flucht und Integration in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Frage, ob „wir es geschafft“ haben, lasse sich nicht so einfach beantworten, da nicht klar sei, wer genau mit „wir“ gemeint sei, und was das „schaffen“ beinhalte, sagt Prof. Birgit Glorius, Stellvertretende Sachverständige des SVR in der Diskussionrunde. „Aus Perspektive zentraler Integrationsindikatoren wie etwa der Arbeitsmarktbeteiligung kann man durchaus konstatieren, dass die Geflüchteten von 2015 Fuß gefasst haben. Dennoch ist es wichtig, die Aufnahme von Geflüchteten und die Begleitung ihres Weges zur Teilhabe als einen andauernden Prozess zu sehen, an dem sehr verschiedene Akteure beteiligt sind und ihren Beitrag leisten müssen.“
Weitere Podiumsteilnehmende waren Sadaat Amiri-Sharistani (Vorstandsmitglied Heimaten e.V. und Vereinsgründer von Herz für Afghanistan e.V.), Schauspielerin Fatemeh Hassani und Alex Rühle (Süddeutsche Zeitung). Moderiert wurde die Diskussion von Suzan Çakar.
