Kontakthypothese
Die Kontakthypothese besagt, dass Menschen bei häufigem Kontakt zu Mitgliedern anderer Gruppen ihre Vorurteile gegenüber diesen Gruppen abbauen. Diese bereits in den 1950ern aufgestellte Hypothese wurde seitdem wiederholt empirisch bestätigt. Beispielsweise zeigt das → SVR-Integrationsbarometer 2018: Je häufiger Menschen ohne → Migrationshintergrund Kontakt mit Menschen unterschiedlicher Herkunft haben, desto optimistischer beurteilen sie das Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft. Damit der Kontakt im beschriebenen Sinne wirkt, sind bestimmte Kontextbedingungen förderlich: Die beteiligten Personen sollten (a) ein gemeinsames Ziel verfolgen, (b) den gleichen gesellschaftlichen Status haben, (c) miteinander in eine Interaktion treten und (d) durch Autoritäten unterstützt werden, die von allen Personen akzeptiert werden. Darüber hinaus haben sich Kontakte, die durch emotionale Nähe geprägt sind (z. B. Freundschaften), als besonders wirksam erwiesen. Neuere Forschung konnte inzwischen auch Nachweise dafür erbringen, dass Vorurteile auch dann abgebaut werden, wenn der Kontakt ‚erweitert‘ stattfindet (z. B. wenn Freunde Kontakt zu Mitgliedern anderer Gruppe haben) oder sich ein Kontakt vorgestellt wird (z. B. aufgrund einer Geschichte über eine Kontaktsituation).
